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Schon heute können Eigenheimbesitzer ihren Solarstrom selber produzieren, speichern und steuern. Damit werden klassische Stromkonsumenten zu sogenannten Prosumern. Als Prosumer haben Energieverbraucher die Möglichkeit aktiv an der Energiewende teilzunehmen. Diese Beteiligung bekommt nun eine neue Dimension: Dank eines leistungsstarken Solarstromspeichers mit einem neuen Energie-Management-System können diese Kunden nun sogar am Regelenergiemarkt teilnehmen und damit Geld verdienen. Die BKW und das Startup Ampard bringen ein entsprechendes Produkt auf den Markt.

Es klingt fast schon utopisch: mit der eigenen Fotovoltaikanlage auf dem Dach nicht nur sich selbst mit Strom versorgen, sondern auch noch Geld verdienen. Und tatsächlich brauchte diese Idee eine gewisse Vorlaufzeit. Zusammen mit dem Startup Ampard hat die BKW ein Pilotprojekt lanciert und  bei 17 Kunden, die bereits eine Fotovoltaikanlage besassen, einen leistungsstarken Solarstromspeicher sowie als Steuerung das von Ampard entwickelte Energie-Management-System AMPARD installiert. Diese Steuerung sorgt primär dafür, dass der Eigenverbrauch des Kunden maximiert wird. Daneben aber wird der Speicher ebenfalls über die Steuerung in einen virtuellen Pool eingebunden, der durch die BKW am Primärregelenergiemarkt eingesetzt wird. Damit können zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz Haushaltskunden am Regelenergiemarkt teilnehmen.

Regelenergie hält das Netz stabil

Für eine zuverlässige Stromversorgung muss im Netz stets eine Frequenz von 50 Hertz eingehalten werden. Kommt es zu Schwankungen, müssen diese ausgeglichen werden, um Stromausfälle zu verhindern. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien kommt es naturgemäss zu höheren Schwankungen im Stromnetz. Die dezentrale Produktion von Energie ist eine grosse Herausforderung für das Stromnetz der Zukunft.

Mithilfe von Regelenergie, die es in drei verschiedenen Stufen gibt, kann man das Netz wieder ausgleichen. Dazu schaltet ein intelligentes, überbetriebliches Energiemanagement-System gezielt Verbraucher oder erzeugende Anlagen aus oder ein. Die Primärregelleistung stellt das Gleichgewicht innert Sekunden wieder her, indem überschüssiger Strom aus dem Netz aufgenommen oder zusätzlicher Strom eingespeist wird. Während diese Regelleistung bisher nur von grösseren Stromspeichern erbracht werden konnte, haben die BKW und Ampard mit dem neuen Regelpool erstmals Solarstromspeicher von Haushaltskunden in den Schweizer Regelenergiemarkt eingebunden. Die einzelnen Speicher werden dazu virtuell zu einem grossen so genannten Schwarmspeicher zusammengefügt und können so vom BKW Handel als Regelpool für das Stromnetz angeboten werden. Die entsprechende Präqualifikation von Swissgrid hat die BKW Ende Januar 2016 erhalten.

Pioniere und ihr Beitrag zur Energiewende

Für das Pilotprojekt hatten sich 17 Eigenheimbesitzer angemeldet. Dank ihnen konnten wertvolle Erfahrungswerte gesammelt werden so dass im kommenden Jahr der Launch eines entsprechenden Produktes geplant ist. Die Hauptmotivation der Pilotkunden bestand darin ihren selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen. Aber auch der Pioniergedanke hat bei vielen eine ausschlaggebende Rolle gespielt: Indem sie mit ihren Solarstromspeichern am virtuellen Regelpool teilnehmen, tragen sie aktiv zur erfolgreichen Integration der dezentral und unregelmässig produzierenden, erneuerbaren Energiequellen bei. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zu einem stabileren Stromnetz.

ERFAHREN SIE MEHR ÜBER DAS ANGEBOT

Der neue Solarstromspeicher ist mehr als nur eine technisch einwandfreie Batterie – er ist ein intelligentes System. Dieses kümmert sich darum, dass Ihr Eigenverbrauch an selbst produziertem, grünem Strom maximiert wird. Sie werden unabhängiger von Netzstrom und Ihr Energiekonsum nachhaltiger.

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Ivana Jazo

Ivana Jazo

Redaktorin Digital Communications bei der BKW und verantwortlich für den Unternehmensblog