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Eine Hochspannungsanlage komplett erneuern ist eine Herausforderung. Diese mehrjährigen Arbeiten erst noch um einen Tag herum zu planen fast unmöglich; zu viele Hindernisse können die Arbeiten verzögern. In Reuchenette ist dies jedoch gelungen – dank guter Planung, vor allem in den heissen Phasen.

 

Die BKW hat in den letzten Jahren diverse Anlagen im Jura erneuert. So sichert sie die zuverlässige Stromversorgung der Region für die Zukunft. Jüngstes Projekt ist die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Unterstation in Reuchenette: Nach drei Jahren Bauzeit im bestehenden Gebäude ist die Anlage hochmodern ausgestattet und in Betrieb (neue gasisolierte 50kV- und 16kV-Schaltanlagen, 2 neue Transformatoren). In dieser wird die Spannung transformiert und für die Versorgung im Umkreis der Gemeinde Péry-La Heutte, die Tunnels des Autobahnabschnitts A16 sowie das Netz des Stromversorgers La Goule aufbereitet.

Dieser eine Sonntag im März

Die grösste Herausforderung war das Timing: Bevor eine neue Anlage in Betrieb geht, muss die bestehende kurzzeitig ausgeschaltet werden. Nur so lassen sich die Leitungen umhängen. Dazu Christian Böhme, zuständiger Projektplaner: «Normalerweise müssen wir diesen Zeitpunkt nur für unsere eigene Planung bestimmen und können daher auch flexibel mit dem Termin umgehen. Nicht so in Reuchenette, denn die Zementfabrik Vigier wird direkt von der Unterstation versorgt und produziert 24 Stunden am Tag.» Deshalb war es für die BKW nicht leicht, eine passende Lösung zu finden, die für beide Parteien stimmte. Schliesslich einigte man sich auf einen Sonntag im März. Für die BKW und die Leute um Christian Böhme hiess dies: Alles rund um diesen Termin planen – die gesamte dreijährige Arbeit.

Der Ansporn, den Plan einzuhalten

Besonders gefordert waren die Mitarbeitenden vor Ort rund um Projektleiter Adrian Jungo: «Dieser eine Sonntag, auf den alles abzielte war für uns eine grosse Herausforderung, aber auch Ansporn, die Arbeiten im geplanten Rahmen abzuschliessen. Und das haben wir geschafft!» Geholfen habe sicher, dass gezielte Arbeitsgruppen in den heissen Phasen vor Ort Koordinationssitzungen abgehalten haben. «So konnten wir direkt Einfluss auf den Terminplan nehmen und feinjustieren wenn nötig.»

74 Mio. Franken für das Hochspannungsverteilnetz in der Region Jura

Insgesamt flossen 7,2 Mio. Franken in die Erneuerung der Unterstation. Stetig optimiert und modernisiert die BKW das Verteilnetz in der Region. Nebst der Unterstation Reuchenette hat die BKW seit 2012 die Unterstationen Courrendlin, Courtemaîche und Tramelan erneuert. Bis 2020 werden auch die Erneuerungsarbeiten an den Unterstationen in Bassecourt und Sorvilier abgeschlossen sein. Zudem hat die BKW die 50kV-Kabelleitung zwischen Courrendlin und Moutier in die Autobahn A16 integriert. Dadurch investiert sie in 8 Jahren gesamthaft 74 Millionen Franken in das Hochspannungsverteilnetz in der Region Jura.

 

Ein wichtiger Meilenstein in Reuchenette: die Anlieferung der Trafos.

 

Die neue gasisolierte Schaltanlage ist kompakt und platzsparend im Gebäude untergebracht.

Andreas Schmidt

Andreas Schmidt

Projektleiter Kommunikation