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Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft hat letzte Woche die Mall of Switzerland im luzernischen Ebikon ihre Tore geöffnet. Christian Fitz, Projektleiter der ahochn, erläutert uns das Gebäudetechnik- und Energiekonzept, das er für die Mall erstellt hat.

Sie haben das Gebäudetechnik- und Energiekonzept der Mall erstellt. Was ist da alles enthalten?

Wir haben mit ahochn 2011 mit den Arbeiten begonnen. Unseren Fokus hatten wir klar bei der Beheizung, Lüftung und Klimatisierung des fünfstöckigen Gebäudes. Bis 2015 dauerte die Planung des Grundausbaus. Seither haben wir die Bauarbeiten bis zur Fertigstellung begleitet.

Gehen die Tätigkeiten für ahochn jetzt weiter?

Für uns ist dieses Projekt momentan abgeschlossen. Die Betreiber werden sich aber in Sachen Energieeffizienz weiter Gedanken machen. Steht ein solches Gebäude, gilt es dieses zu optimieren.

Wo steckten die grössten Herausforderungen?

In der Grösse. Die Mall ist eines der grössten Projekte, die ahochn bisher begleitet hat. Entsprechend waren auch viele verschiedene Parteien involviert und die Abstimmung benötigte gerade in hektischen Zeiten Fingerspitzengefühl. Die eingebauten Komponenten sind zudem teilweise grösser als gewöhnlich – und Spezialanfertigungen erfordern auch Einbaumassnahmen, die vom Standard abweichen.

Was hat Sie am meisten begeistert?

Es ist ein aussergewöhnliches Werk, da man nicht alle Tage das Gebäudetechnik- und Energiekonzept für Einkaufszentren dieser Grössenordnung erstellen darf. Es war definitiv ein Marathon – das Ende nicht von Beginn weg in Sicht, aber unser Ziel immer klar. Das Schönste war dann auch der Zieleinlauf und die Genugtuung, dass wir es tatsächlich geschafft haben. Der Blick in diese Halle erfüllt mich heute mit Stolz – es steckt viel Herzblut drin.

Die Rückkühlanlage der Mall of Switzerland

Was macht die Mall of Switzerland so energieeffizient?

Das ist einfach erklärt: Die Mall erzeugt Wärme, zu viel Wärme. Diese wird aber nicht einfach verpufft, sondern erhält eine zweite Verwendung. Nahegelegene Gebäude, wie der Kinokomplex oder die Wohnüberbauung, können durch die Wärme der Mall beheizt werden. Zudem wurden hier die neusten und modernsten Komponenten eingebaut und die Mall ist dementsprechend energieeffizienter als andere.

Wieso produziert die Mall zu viel Wärme?

Das ist bei Einkaufszentren normal. Durch die Beleuchtungen und die Besucher werden die Räume rasch erhitzt. Da stellt sich ein Ingenieur nicht die Frage, wie man heizen, sondern wie man kühlen kann und die überschüssige Wärme nutzt. Selbst im Winter.

Wird es also in der Mall nie kalt?

Bei normalem Betrieb nicht. Schliesst das Einkaufszentrum über einige Tage, wie zum Beispiel über Ostern, ist es innert wenigen Stunden wieder aufgeheizt.

Nähere Informationen zur Mall:

Christian Fitz ist seit 2007 als Projektleiter bei der ahochn, einer Konzerngesellschaft der BKW. Er hat sich nach seiner Heizungszeichner-Lehre an der HSLU zum diplomierten Ingenieur FH weitergebildet.

Antuan Pace

Antuan Pace

Kommunikationsmanager bei der BKW