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In wenigen Tagen startet das neue BKW Schulangebot «Lernen am Wasser». Damit bei der Erstaufführung im Mai alles klappt, hat vorher die Hauptprobe stattgefunden. Jugendliche der 7.-9. Klasse aus Seedorf haben das Modul rund um die naturnahe Gestaltung der Gewässer auf Herz und Nieren getestet und gelernt, dass Fische ganz schön anspruchsvoll sind.

Das Programm startet um halb Neun. Schon um acht Uhr hat sich der Grossteil der Schülerinnen und Schüler auf dem Wehr des Wasserkraftwerks Aarberg versammelt. Zusammen sind sie von Seedorf nach Aarberg geradelt. Sie plaudern, lachen, schauen den geballten Wassermassen zu und sind gespannt auf den Schultag ausserhalb des Klassenzimmers. Und sie dürfen kritisch sein, als Testerinnen und Tester des neuen Schulangebots.

Für Dritt- bis Neuntklässler schweizweit

Das neue BKW Schulangebot vermittelt auf forschende Art Wissen zu Gewässern und der Artenvielfalt. Das Angebot gilt schweizweit für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 9. Klasse. Je nach Klassenstufe geht es auf die Suche nach Biberspuren oder nach geeigneten Lebensräumen für Amphibien und Vögel. Zudem lernen die Schulklassen – wie unsere Testklasse aus Seedorf -, wo und wie sich Fische am wohlsten fühlen und wie sich die Flüsse über die Jahre hinweg verändert haben.

Der Testlauf startet

Zurück zum Testtag. Heute ist auch Salome Steiner von AquaViva vor Ort und begrüsst die Jugendlichen im Wasserkraftwerk Aarberg. Zusammen mit AquaViva, der nationalen Gewässerschutzorganisation, haben wir das kostenlose Schulangebot entwickelt. Zuerst steht eine gut verdauliche Portion Theorie auf dem Programm: Was beinhaltet die Juragewässerkorrektion? Weshalb wurden Flüsse früher verbaut, heute zurückgebaut und naturnah gestaltet? Welche Fische leben in der Aare? Und was brauchen sie, um sich wohl zu fühlen? Salome Steiner erklärt und die Jugendlichen hören gespannt zu.

Raus ins Grüne

Die Jacke brauchen wir, als wir raus ins Grüne gehen. Es hat leicht genieselt und noch ist es grau und frisch draussen an diesem Märztag, an dem der Testlauf stattfindet. Die Jugendlichen erkunden nun die nähere Umgebung: Dabei entdecken sie unter anderem die Fischtreppe, die es den Fischen ermöglicht, das Kraftwerk zu passieren. Sie erfahren, dass es ein Fischmonitoring gibt, bei dem die Fische gezählt werden und sehen vor Ort, wie der Lebensraum der Fische konkret aufgewertet wurde.

Andere Leute andere Sorgen

Ich bin Landwirtin, du bist Anwohner, er ist Fischer. Welche Bedürfnisse und Sorgen haben wir? Die Jugendlichen nehmen andere Rollen ein und erkennen dabei das Spannungsfeld zwischen dem Schutz und dem Nutzen des Wassers.

Noch einmal tief durchatmen, denn nun gilt es Ernst

Nach der Trottinettfahrt und dem Picknick sind die Jugendlichen gestärkt und haben den Kopf frei. Nun wird sich zeigen, ob sie das erlangte Wissen auch anwenden können. In Gruppen planen sie ihr eigenes Revitalisierungsprojekt. Sie gestalten einen naturnahen Flussverlauf, der den Bedürfnissen aller Anspruchsgruppen – mitunter den Fischen – gerecht wird. Die Freude ist gross. Sie graben mit den Händen im Sand, verleimen Holzklötzchen, zerkleinern kleine Tannäste und platzieren die Fische. Und dann kommt das Wasser! Spannung pur, alle Augenpaare sind auf den Ort des Geschehens gerichtet. Funktioniert der Hochwasserschutz? Bleiben die Häuser der Anwohner unversehrt? Schwemmt es die vorgesehenen Laichplätze der Fische doch noch weg?

Das habt ihr gut gemacht!

Am Ende das Tages lauter zufriedene Gesichter. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch die beiden Lehrpersonen sind zufrieden. Die Jugendlichen haben viel gelernt und den Tag abseits der Schule fanden sie bereichernd. Wir können die Jugendlichen loben: sie haben erfolgreiche Gewässerrevitalisierungen geplant und das Erlernte rasch umgesetzt. Schön zu sehen, wie engagiert und wissbegierig sie bei der Sache waren. Die Hauptprobe ist geglückt – nun freuen wir uns auf den Startschuss!

Mehr zum kostenlosen Schulangebot «Lernen am Wasser»

Verantwortung übernehmen

Weshalb wir ein Schulangebot lancieren, das sich dem Thema Gewässerschutz annimmt? Weil wir es wichtig finden, unsere Gewässer zu schützen und unser Wissen zu diesem Thema weitergeben wollen. Als schweizweite Energie- und Infrastrukturdienstleisterin betreiben wir Wasserkraftwerke. Doch Wasser kann eben weit mehr als Strom produzieren. Die Gewässer bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Damit das auch Morgen noch so ist, wollen wir diese schützen. Mit dem BKW Ökofonds leisten wir unseren Beitrag dazu. Wir werten Lebensräume für Tiere und Pflanzen auf und schaffen damit echte Mehrwerte. Möglich machen es unsere Kundinnen und Kunden, die mit ihrer Wahl für Ökostromprodukte freiwillig einen Beitrag in den Fonds einzahlen und die Lebensraumaufwertungen möglich machen.

Katja Bauder

Katja Bauder

Projektleiterin Publikationen bei BKW

  • Ivana Jazo