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Auf fast 4000 Metern liefert die Sonne besonders viel Power. Wie die BKW auf der höchstgelegenen Bergstation Europas Massstäbe setzt.

Auf dem Klein Matterhorn befindet sich die höchstgelegene Bergstation Europas. Pioniergeist und Expeditionsgedanke sind hier allgegenwärtig. Allein seine Höhe von rund 3883 Metern bringt die Menschen an ihre Grenzen. «Die Arbeitsleistung nimmt hier oben um bis zu 30 Prozent ab», sagt Kurt Guntli, bei den Zermatt Bergbahnen in der Geschäftsleitung für den Bereich Elektrotechnik zuständig. Guntli ist in einer symbolträchtigen Mission unterwegs. Zusammen mit Marc Hauser, dem Ingenieur für Wind- und Solarenergie der BKW, will er die Solarstromeinrichtung an der Fassade des Bergrestaurants wieder in Betrieb nehmen. Aufgrund der sehr intensiven Sonneneinstrahlung hatten die Module der Fotovoltaik Anlage der hohen Belastung nicht so lange wie erwartet standgehalten: «Das Material wird weit stärker in Anspruch genommen als im Flachland», erklärt Hauser. Das 2009 lancierte Projekt zur Gewinnung von Sonnenenergie an der Fassade des Restaurants Matterhorn Glacier Paradise ist mit viel Prestige verbunden – auch weil man sich bei der Erstellung und den Sanierungsarbeiten mit ungewohnten Herausforderungen konfrontiert sah. «Die Wetterbedingungen könnten auf dieser Höhe unterschiedlicher nicht sein. Temperaturschwankungen von minus 30 Grad bis plus 10 Grad sind keine Seltenheit. Die Windgeschwindigkeit erreicht Stärken von bis zu 250 Stundenkilometern », erklärt Guntli.

Hohe Effizienz der Energiegewinnung dank Kälte, Eis und reiner Luft

Die Solaranlage auf dem Klein Matterhorn generiert überproportional viel Strom. «Hier oben lassen sich 80 Prozent mehr Energie gewinnen als auf Meereshöhe», erklärt Guntli. Mit der Jahresproduktion dieses Kraftwerks werde der gesamte Energiebedarf der Bergstation für Heizung, Lüftung und Haustechnik gedeckt. Der Strom würde für acht bis zehn Haushalte reichen – ein ganzes Jahr. Hauser fügt an: «Die hohe Effizienz der Energiegewinnung auf dieser Höhe ist auf die Lichtreflexion durch Eis und Schnee, die tiefen Temperaturen sowie die reine Luft zurückzuführen.» Die BKW-Anlage gilt in der Branche quasi als Wegweiser für die Energiewende. 2010 wurde sie mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Nun wurde sie totalsaniert. «Wir können hier ein starkes Zeichen im Sinne der Nachhaltigkeit setzen und eine wichtige Alternative zum vorhandenen Stromnetz bieten», sagt Guntli. Die Kooperation mit der BKW ist für den Walliser von zentraler Bedeutung. «Nur mit einer schlagkräftigen Partnerin lässt sich ein solch ambitiöses Projekt umsetzen. Als Besitzerin und Betreiberin der Anlage spielt die BKW die zentrale Rolle.»

SI Gruen

SI Gruen

Beitrag aus dem Magazin SI Grün der Schweizer Illustrierten im Rahmen einer Zusammenarbeit der BKW mit Ringier.