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Windenergie ist umweltfreundlich, und die BKW setzt auf diese Energie der Zukunft. Doch das Management der Anlagen ist eine Herausforderung.

Der Wind kann ganz schön unzuverlässig sein: Plötzlich steht er still, um nur einige Stunden später wieder voll in die Rotorblätter der Windanlagen zu blasen. Für die Stromproduktion heisst das, dass nicht kontinuierlich, sondern unregelmässig Strom produziert wird. «Das Management von Windparks ist äusserst komplex», sagt Othmar Schuler, Leiter Intraday und Energy Logistics bei der BKW. Da die BKW ein Windkraftportfolio – vor allem in Norddeutschland – besitzt, gibt das neue Herausforderungen. Es braucht eine hochmoderne IT-Infrastruktur und eine spezialisierte Händlerorganisation, die den Strom verkauft. Aus diesem Grund ist die BKW Mehrheitsaktionärin des Start-ups Wind Energy Trading WET AG in Lausanne. Die Firma ist spezialisiert aufs Management von Windparks und aufs Intraday-Trading. «Mit dieser Beteiligung kauften wir uns Wissen ein und profitieren von der Technologie der Firma», so Schuler, der als Verwaltungsratspräsident der WET amtet.

Julian Göhler vor den Schirmen der Händler der WET AG in Lausanne.

In den Büros des Start-ups geht es zu wie in einem Börsenraum einer Bank. Grafiken und Zahlen, Anbieter und Käufer leuchten auf den Bildschirmen der sieben Händler auf, Abschlüsse werden getätigt. Zwar wurde Strom schon immer gehandelt, aber der Ausbau der erneuerbaren Energien führt heute zu stark schwankenden Produktionsmengen. Die WET ist Vorreiterin im Management der erneuerbaren Energien.

«Der Strom muss gleichmässig durch die Netze fliessen. Das ist eine Herausforderung.»

Julian Göhler, einer der Gründer, erklärt: «Unsere Kernkompetenz ist das Positionsmanagement von Strom aus erneuerbaren Energien. Mit selbst entwickelten Trading-Tools und der Zusammenarbeit mit den besten Windvorhersageanbietern Europas können wir sehr rasch reagieren.» Die hohe Volatilität des Angebots und gleichzeitig die Anforderung, dass der Strom immer gleichmässig durch die Netze fliessen muss, machen das Management der Windenergie zu einer Herausforderung. «2012 wurden 15-Minuten-genaue Stromkontrakte eingeführt, um ein 15-Minutengenaues Strommanagement zu ermöglichen», erklärt Göhler.

Insgesamt betreibt die BKW in Deutschland zehn Onshore-Windparks. Dazu kommt eine Beteiligung an einem Offshore-Windpark. Zudem besitzt sie Windparks in Italien und Norwegen.

Die BKW vernetzt Menschen

Die BKW will die Zukunft der Energie gestalten. In einer Videoserie werden, übers ganze Jahr 2018 verteilt, Menschen gezeigt, die sich täglich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Hier geht es zu den Videos mit Julian Göhler, Diedier Cuche und weiteren Menschen, welche die BKW vernetzt: www.bkw.ch/vernetzt