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Mit der App eCarUp werden Fahrer von Elektroautos und Lade­stationen zusammen­ gebracht und Ladungen einfach abgerechnet.

Wer heute ein Elektroauto besitzt, dem bleibt nicht viel anderes übrig, als zu Hause oder – wenn angeboten – im Geschäft sein Gefährt aufzuladen. Die Schweiz ist noch weit entfernt von einem flächen­deckenden System. Auch beim Mehrfamilienhaus wird es schwierig: Die Ladebuchsen sind meist dem allgemeinen Stromzähler ange­schlossen, und ein Abrechnungs­system fehlt. Schwierigkeit: Es muss genau gemessen werden, wie viel Strom von wem abgezapft wird, sonst kann der Preis nicht be­stimmt und keine Rechnung gestellt werden. Die App eCarUp löst das Problem. Und noch mehr: Sie bringt die Fahrer und Stationsbesitzer auch zusammen. Die App listet die Standorte auf.

Der Anteil Elek­troautos wird exponentiell wachsen. Ein­fache Lösungen für alle Fahrer sind gefragt.

Die Firma in Rotkreuz ZG ist ein Spin­off von smart­me, die intelligente Strom­zähler erfunden haben. Zurzeit läuft ein Test mit BKW: Sechs Angestellte mit Elektroautos können gratis am Arbeitsort Strom beziehen, benutzen dazu die App und testen so deren Funktion. Julia Plüm­per, bei der BKW verantwortlich für Start­-ups, sagt dazu: «Wir sind an einem System interessiert, mit dem die Abrechnung unserer Ladestationen einfach, transparent, effizient und kostengünstig erfolgt.»

Bereits sind rund 1000 Fahrer auf der App registriert, Ladestationen sind es etwa 150, wovon rund ein Drittel öffentlich. Wird da­mit ein eigentliches Tankstellennetz, wie wir es bis anhin kennen, überflüssig? Fabian Trinkler, CEO von eCarUp, verneint. «Entlang der Hauptverkehrsachsen und in Stadtzen­tren wird es Stromtankstellen geben. Aber wenn ich eine Ladestation an meinem Haus habe und tagsüber immer unterwegs bin, kann ich sie in meiner Absenz für andere frei­geben.» Bezahlt wird mit einem Guthaben, vorgängig per Kreditkarte auf die App ge­laden. Die Verrechnung läuft über eCarUp.

Per QR­-Code kann auch ohne App getankt werden – das ist für Touristen nützlich.

Weiteres Plus der neuen App: An jeder Ladestation wird ein QR­-Code angebracht. Dieser ermöglicht, auch ohne Anmeldung auf der App zu tanken und zu bezahlen. Zurzeit sind etwa zwei Prozent des Schwei­zer Autoparks Elektroautos. «Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren exponentiell wachsen, dann sind einfache Lösungen für alle Fahrer gefragt», ist Trinkler überzeugt. Bis dann wird seine Firma schon weitere Anwendungen wie die dynamische Preis­gestaltung eingebaut haben.

START-UPS@BKW

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