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Für Jugendliche mit sportlichen Ambitionen kann die Berufslehre oft das Ende ihres Sporttraums bedeuten. Denn Sportkarriere und Berufslehre kommen sich oft und gerne in die Quere. Während man zu Schulzeiten noch jede Menge Zeit hatte, um seiner sportlichen Leidenschaft nachzugehen, erwarten die Jungen in der Lehre ganz neue Herausforderungen und Prioritäten. Doch immer mehr Betriebe setzen sich dafür ein, dass ihre Lernenden auch neben der beruflichen Grundbildung ihren Traum vom Profisport weiterverfolgen können. So auch die BKW. Pro Jahr vergibt sie eine Lehrstelle an Jugendliche, die in einem besonderen System ihre Sportkarriere und Berufslehre gleichzeitig verfolgen können.

Die KV-Absolventin und Profi-Volleyballspielerin Flavia Knutti gibt uns hier Einblick in den durchstrukturierten Alltag der Sportlehre bei der BKW:

Freizeit kam bei Flavia in den letzten vier Jahren etwas kurz. Doch das war ein kleines Opfer, das die KV-Absolventin und Profi-Volleyballspielerin erbringen musste, um ihren Sportlerinnentraum verwirklichen zu können. «Am Anfang musste ich mich natürlich erst einmal an meinen neuen durchstrukturierten Alltag gewöhnen. Es war schon nicht immer leicht, so diszipliniert zu sein. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt», meint Flavia bei unserem Gespräch an ihrem letzten Arbeitstag bei der BKW.

Talent, Herzblut und Fleiss

Flavia hat ihre KV-Lehre bei der BKW absolviert und feierte vergangenen Freitag ihren erfolgreichen Lehrabschluss. Anders als die gewöhnliche KV-Lehre hat Flavias nicht drei sondern vier Jahre gedauert. Denn sie hat sie in Kombination mit ihrer Sportkarriere im Volleyball absolviert. Diese Möglichkeit bietet die BKW jedes Jahr einem Lernenden, der oder die während der Ausbildung nicht auf Spitzensport verzichten möchte. Das Konzept existiert nun seit einigen Jahren und hat sich bewährt. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Lernenden diese Chance. Dafür, dass die Lernenden auch das nötige Talent für diese anspruchsvolle Ausbildung haben, bürgt die «Talent Card» von Swiss Olympic. Nur jene Jugendliche, die im Besitz dieses Zertifikats sind, sind zur Sportlehre zugelassen.

Doch wenn man Flavia zuhört, merkt man schnell: Für diese Doppel-Ausbildung braucht es mehr als nur Talent – es braucht Herzblut. Jeder einzelne Tag ist weit im Voraus geplant. Montags arbeitete Flavia Vollzeit. Amüsant ist, dass sie diesen Tag ihren «freien Tag» nennt. Was sie damit meint, ist, dass es ihr trainingsfreier Tag war. Denn an den anderen Tagen stand mindestens ein Training an, wenn nicht gar zwei und an den Wochenenden durfte sie ihr Können beim Match unter Beweis stellen.

Der Betrieb muss mitspielen

Ohne die Flexibilität ihres Lehrbetriebs hätte sie dieses Programm wohl kaum geschafft. «Die BKW hat meine Sportausbildung immer unterstützt. Ich konnte mir meine Arbeitswoche so zusammenstellen, dass ich die Arbeit, die Schule und das Volley unter einen Hut bringen konnte. Ohne diese Flexibilität wäre es nicht gegangen.»

Trotz dieser Doppelbelastung würde Flavia ihre Lehre wieder genauso gestalten. Die Chance, ihre Leidenschaft zu verfolgen und gleichzeitig eine Basis für ihre berufliche Zukunft zu schaffen, sei viel wert. «Ich habe viel gelernt während meiner Ausbildung hier. Dank dem Rotationsprinzip habe ich Einblick in verschiedene Bereiche wie Marketing, Kommunikation und HR bekommen», erzählt Flavia. Wo es ihr am besten gefallen habe? «Bei der Kommunikation», antwortet die ausgebildete Kauffrau lächelnd.

Mit dem Diplom in der Tasche stehen Flavia nun viele Türen offen. Doch als nächstes plant sie erst einmal Ferien. Drei Wochen auf Hawaii stehen an. Eine wohlverdiente Auszeit für die Sportlerin. Doch danach geht es schon bald wieder weiter mit der Disziplin. Schon im Herbst beginnt sie die Berufsmatura, damit sie später ein Studium absolvieren kann. Welches, ist noch nicht ganz klar, doch darf es natürlich gerne mit Sport zu tun haben. Oder Kommunikation. Wer weiss, vielleicht kehrt sie ja eines Tages zur BKW zurück. Denn auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte, zur BKW zurück zu kommen, meint Flavia ohne zu zögern «jederzeit».

Lehrabschlussfeier 2017

Am Freitag, 30. Juni, fand die Lehrabschlussfeier 2017 der BKW statt. Zusammen mit ihren Ausbildnern/innen und Praxisbildnern/innen feierten die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen das erfolgreiche Ende ihrer Ausbildung. Die Lernenden aus den Lehrberufen Elektroplaner/in, Gebäudetechnikplaner/in, Informatiker/in, Kauffrau/-mann, Koch/Köchin und Netzelektriker/in haben ihren Abschluss gebührend gefeiert. Die BKW gratuliert ihnen und wünscht ihnen alles Gute für den weiteren Berufsweg. Den Berufsbildnern, Berufsbildnerinnen sowie Praxisbildnern und Praxisbildnerinnen danken wir herzlichst dafür, dass sie die Lernenden täglich unterstützt und bis zum erfolgreichen Abschluss begleitet haben.

Ivana Jazo

Ivana Jazo

Redaktorin Digital Communications bei der BKW und verantwortlich für den Unternehmensblog