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Wintersport und Nachhaltigkeit – ein Widerspruch? Nicht im Saastal. Hier hat der Wandel hin zur nachhaltigen Ferienregion bereits begonnen. Die BKW unterstützt die Skigebiete Saas-Fee und Saas-Almagell mit verschiedenen Massnahmen bei ihrem Ziel, sich zur nachhaltigen Tourismusregion zu entwickeln. Wie sich die Anforderungen an die Skigebiete in den letzten Jahren verändert haben und welche Chancen diese Entwicklung bietet, beantwortet uns Ex-Skirennprofi Pirmin Zurbriggen, Verwaltungsratspräsident der Saastal Bergbahnen AG.

Herr Zurbriggen, wie haben sich die Skigebiete seit Ihrem Rücktritt vom aktiven Skirennsport Anfang der 1990er-Jahre verändert?

In den 1990er-Jahren haben viele Skigebiete auf Wachstum gesetzt. Man hat die Förderkapazität der Bahnen erhöht und viel Geld in die Beschneiungsinfrastruktur investiert, um weniger vom Wetter abhängig zu sein. Die Entwicklung der Carvingski hat zudem die Ansprüche an Qualität und Sicherheit der Pisten deutlich erhöht. Gleichzeitig haben die Winterlogiernächte in den letzten zehn Jahren stetig abgenommen. Der Wintertourismus muss sich diesen Herausforderungen stellen.

Saas-Fee begegnet dieser Entwicklung mit dem Ziel, eine nachhaltige Ferienregion zu werden. Gab es einen Schlüsselmoment für den Entscheid?

Ich denke, der Schlüsselmoment für Saas-Fee war der Entscheid von 1951, das Dorf autofrei zu halten. Die damalige Bevölkerung hatte die Weitsicht, die Authentizität des Dorfes zu belassen, was ein wesentlicher Schritt hin zu einer nachhaltigen Ferienregion war.

 

«Wir versuchen, uns kontinuierlich zu verbessern, damit die Saaser Bergwelt in ihrer atemberaubenden Schönheit erhalten bleibt.»

 

Diesen Weg sind wir seither konsequent weitergegangen: Seit 1997 sind wir bei der Vereinigung Allianz in den Alpen mit dabei, die sich für eine nachhaltige Alpenpolitik einsetzt. Seit 2002 trägt Saas-Fee das Label Energiestadt. Und 2012 haben wir uns selber eine 8-Punkte-Strategie verordnet, um das Thema Nachhaltigkeit strategisch anzugehen. Ich sehe hier den Weg als Ziel: Wir versuchen, uns kontinuierlich zu verbessern, damit die Saaser Bergwelt für die Zukunft in ihrer atemberaubenden Schönheit erhalten bleibt.

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Kann eine Ferienregion wie Saas-Fee mit ihrer Infrastruktur bei Bergbahnen, Beschneiungsanlagen usw. nachhaltig sein? Wo sehen Sie die grössten Hindernisse dabei?

Saas-Fee gilt als schneesicherstes Skigebiet Europas. Dank unserer einzigartigen Höhenlage und unserer Gletscherwelt müssen wir heute nur etwa 30 Prozent der gesamten Pisten künstlich beschneien – und das bei einem Betrieb über 300 Tage im Jahr. Wir haben aber auch Massnahmen lanciert, die allen Skigebieten offen stehen. So beziehen wir zum Beispiel für unsere gesamten Anlagen nur noch Strom aus erneuerbarer Schweizer Wasserkraft, haben die Abgase unserer Pistenbullys drastisch reduziert und optimieren den Wasserbedarf für die Beschneiungsanlagen.

Diese Massnahmen kosten. Ist eine nachhaltige Entwicklung in Ihren Augen ein taugliches Mittel, um sich im stark umkämpften Tourismusmarkt behaupten zu können?

Ja, unbedingt. Unsere unvergleichliche Berglandschaft ist Ursprung und Grundstein unseres Unternehmens. Wir wollen sie unseren Gästen auch in Zukunft zugänglich machen. Ein verstärktes Engagement für Nachhaltigkeit ist deshalb absolute Pflicht. Das Thema wird allerdings gerne zu Marketingzwecken missbraucht.

 

«Gemeinsam können wir Themen wie Wasserbeschaffung, Beschneiung, aber auch die Energieeffizienz unserer Restaurants und Anlagen angehen.»

 

Wir haben uns deshalb entschieden, die Thematik zusammen mit unserer Energiepartnerin BKW in einem ganzheitlichen Ansatz anzupacken. Damit die diversen Projekte und Massnahmen konkrete Ziele verfolgen und messbar sind, erstellen wir einen Nachhaltigkeitsbericht nach den international anerkannten Global-Reporting-Initiative-GRI-)Standards.

Saas-Fee arbeitet auf dem Weg zur nachhaltigen Ferienregion eng mit der BKW und deren Tochterunternehmen zusammen. Warum mit der BKW?

Wir sehen die BKW nicht primär als Energielieferantin, sondern als Kompetenzpartnerin. Angesprochen haben uns die Positionierung und die breite Dienstleistungspalette. Gemeinsam können wir Themen wie Wasserbeschaffung, Beschneiung, aber auch die Energieeffizienz unserer Restaurants und Anlagen angehen. Die Mitarbeitenden, mit denen wir bis jetzt zusammengearbeitet haben, sind sehr kundenorientiert, kompetent und professionell. Und sie gehen auf unsere Bedürfnisse ein. Kurz: eine Zusammenarbeit, wie wir sie uns vorstellen.

Auf zur nachhaltigen Skiregion

Die Saastal Bergbahnen AG hat gemeinsam mit der BKW einen Plan entwickelt, um die Energieeffizienz ihrer Bergbahnen und der Skigebiete Saas-Fee und Saas-Almagell zu verbessern. In einer ersten Etappe bedeutet dies konkret:

  • Die BKW liefert für die gesamte Wintersportinfrastruktur 100 Prozent erneuerbaren Strom aus Schweizer Wasserkraft.
  • Durch eine Kombination von Wärmepumpen und Abwärmenutzung der Bergbahnmotoren soll das Drehrestaurant Allalin beheizt und Warmwasser erzeugt werden. Zudem wird die Lüftungsanlage des Restaurants durch eine energieeffizientere Anlage ersetzt.
  • Die gesamte Beschneiungsinfrastruktur wird besser ausgelastet und damit der Stromverbrauch reduziert.
  • Die BKW erarbeitet für die Saastal Bergbahnen einen Nachhaltigkeitsbericht nach den GRI-Standards. Er zeigt die Auswirkungen des regionalen Tourismus auf Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft im Hinblick auf eine nachhaltige Zukunft des Saastals.

Ivana Jazo

Ivana Jazo

Redaktorin Digital Communications bei der BKW und verantwortlich für den Unternehmensblog