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Die drei Plusenergiegebäude sind rundherum mit einer Aktiv-Fassade aus Photovoltaikpanels versehen.

Mit dem Quartier «Sóley» entsteht in der Berner Gemeinde Münsingen ein neues Vorzeigeobjekt für nachhaltiges Bauen. Durch den Einsatz modernster Technologien generieren die drei Gebäude mehr Energie, als sie selbst benötigen. Dabei stammen über 80 Prozent der Baumaterialien aus der Schweiz und die ausführenden Firmen aus der Region.

Heimische Bäume und Sträucher, grosszügige Grün- und Spielflächen und mittendrin vierzig helle, moderne Wohnungen. Das neu entstehende Quartier «Sóley Münsingen» 15 Kilometer südöstlich von Bern überzeugt nicht nur optisch, sondern auch mit Blick auf seine Energiebilanz. «Mit den Plusenergiebauten verwirklichen wir bereits heute den Baustandard der Zukunft», erklärt Markus Zurflüh, Leiter Portfolio-Management der BKW. «Bei den drei Häusern handelt es sich um Plusenergiegebäude, die über das Jahr hinweg mehr Energie produzieren, als sie für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Strom benötigen.» Noch bis 2021 leitet Markus Zurflüh das Bauprojekt der  SKS Architekten AG im Auftrag der Pensionskasse BKW, dann soll das Leuchtturmprojekt fertiggestellt sein.

Nachhaltig von A bis Z

«Wie immer haben wir den Einsatz erneuerbarer Energien geprüft», erzählt Markus Zurflüh. «Bei diesem Projekt werden etwa 1.4 Millionen für entsprechende Technologien investiert, das macht etwa acht Prozent der Gesamtkosten aus.» Besonders auffallend und eher selten sind die Aktiv-Fassaden der Gebäude, die in allen vier Himmelsrichtungen mit Photovoltaikpanels versehen werden; das Dach ist ebenfalls damit ausgestattet. Der so gewonnene Strom fliesst in die vierzig Haushalte und dient unter anderem dem Betrieb zweier Wasser-/Wasser-Wärmepumpen. Diese generieren mit Hilfe des Grundwassers Energie für die Heizung, das Brauchwarmwasser und für die Kühlung, das sogenannte Freecooling. «Eine solche Wärmepumpe ist eine sehr attraktive Lösung, sie benötigt wenig Strom und ist dadurch günstig im Betrieb», so Martin Baumgartner, Abteilungsleiter Heizung vom Installationspartner Guggisberg Kurz AG. Doch die Nachhaltigkeit des Quartiers endet nicht bei dessen Gebäudetechnik: Das verwendete Baumaterial stammt zu 80 Prozent aus der Schweiz. Ebenso wurde viel Wert daraufgelegt, die Aufträge an Firmen aus der Region zu vergeben, um Wege kurz und die Wertschöpfung möglichst in der Region zu halten. So wurden die Elektroinstallationen beispielsweise durch die in Münsingen ansässige ISP Electro Solutions AG erstellt.

Die Mieter merken wenig

Alle Wohnungen sind mit Niedertemperaturbodenheizungen und Raumregulierungen ausgestattet.

Von der modernen Gebäudetechnik, die unablässig in den Plusenergiegebäuden arbeitet, merken die ersten Mieter, die diesen Herbst einziehen konnten, wenig. «Unser Ziel war es zwar, für die nächsten vierzig Jahre zu bauen, dabei haben wir aber zugunsten tiefer Mieten bewusst auf technische Spielereien in den Wohnungen verzichtet», erklärt Markus Zurflüh. Die Preise liegen mit CHF 1’840 für eine 3.5-Zimmer-Wohnung im üblichen Preissegment von Neubauten. Von ihrem Plusenergiegebäude profitieren die Mieter vor allem durch die geringeren Energiekosten: Einerseits durch die sehr niedrigen Heizkosten, andererseits durch ihren Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Durch diesen zahlen sie derzeit schon weniger pro Kilowattstunde Strom als beim örtlichen Elektrizitätswerk. Der Vermieter hat dabei dank der übersichtlichen Lösung der engytec AG Energieflüsse stets im Blick und kann individuelle Rechnungen einfach per Knopfdruck erstellen. Ausserdem ist in der Garage alles für Elektromobilitätsanschlüsse vorbereitet, sodass diese bei Bedarf der Mieter einfach nachgerüstet werden können.

Lösungen für eine lebenswerte Zukunft

Im Herbst 2021 soll das gesamte Projekt, bestehend aus einem Neubau und der Gesamterneuerung von zwei Bestandesbauten, abgeschlossen sein. Dann stellt das Quartier «Sóley» unter Beweis, dass es durch moderne Gebäudetechnologie schon im heutigen Umfeld möglich ist, mehr Energie zu erzeugen, als verbraucht wird. «Das Projekt führt uns die Zukunft des Bauens vor Augen und punktet dabei auf ganzer Linie: Durch den Verzicht auf fossile Energieträger spart es CO2, die Mieter profitieren von geringeren Heiz- und Betriebskosten und die Wertschöpfung bleibt grösstenteils in der Region», resümiert Markus Zurflüh.

Weitere Informationen unter www.soley-muensingen.ch und www.sks-architekten.ch.

Beteiligte Firmen aus dem BKW-Netzwerk

Gesamtleitung: Pensionskasse BKW
Haustechnikplanung: MRI AG/ enerpeak AG (BKW Engineering)
Elektroinstallationen: ISP Electro Solutions AG (BKW Building Solutions)
Heizungsinstallation: Guggisberg Kurz AG (BKW Building Solutions)
Spenglerarbeiten: Guggisberg Kurz AG (BKW Building Solutions)
Energieüberwachung & -Abrechnung: engytec AG

Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit

Mit unserem Handeln, unseren Produkten und Dienstleistungen tragen wir zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Umwelt bei. Die BKW entwickelt Lösungen für die Gestaltung von zukunftsfähigen Infrastrukturen und Lebensräumen. Dabei bekennt sie sich zu den Sustainable Development Goals der UNO. Mehr Infos zu unserem Nachhaltigkeitsmanagement finden Sie hier.

Merith Heinemann

Merith Heinemann

Senior Communication Manager, BKW Building Solutions AG