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Der Ausfall einer Wind-Turbine verursacht hohe Kosten. Damit Zwischenfälle frühzeitig erkannt werden, hat die BKW zusammen mit dem Forschungspartner Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM) die intelligente Software «DatWind» entwickelt, welche die Betriebsdaten der Turbinen konstant analysiert und bei aufkommenden Problemen warnt.

Die Rotorblätter im Windpark drehen mit voller Kraft. Nur eine Turbine steht still. Sie scheint defekt zu sein. Wartungspersonal muss vor Ort auf Fehlersuche. Es stellt fest, dass das Getriebe kaputt ist. Ersatz muss her. Das dauert mehrere Wochen. Während dieser Zeit läuft die Turbine nicht.

Dieses fiktive Beispiel zeigt: Fällt eine Turbine aus, produziert sie keine Energie – finanzieller Schaden inklusive. Das Problem: Die Windturbine liefert keine verwertbare Echtzeitinformationen über deren Zustand. Entsprechend ist es schwierig, Voraussagen über Zwischenfälle zu machen.

Menschen braucht es auch in Zukunft

Nun hat die BKW im Rahmen der Wind-Log-Plattform ihre Dateninfrastruktur weiterentwickelt. «Wir können jetzt unsere Windturbinen und den Zustand der einzelnen Komponenten konstant überwachen und dadurch die Leistung der Turbine mit Hilfe von verschiedenen Analyseinstrumenten optimieren», sagt Giuseppe Madia, Geschäftsführer der Proxima Solution GmbH, einer Tochtergesellschaft der BKW. Bei einer dieser Optimierung setzt das Entwicklungsprojekt DatWind an.

«Anhand von historischen Sensordaten, früheren Anlagendefekten und Inputs von BKW Experten trainieren wir den auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmus», erklärt Dr. Martin Kauert, Produktentwickler der BKW. So lernt die Maschine Schritt für Schritt dazu. Das Ziel: Erkennen von auffälligen Mustern, die auf einen künftigen Ausfall einer Komponente schliessen lassen. Kauert betont: «Trotz künstlicher Intelligenz braucht es auch in Zukunft menschliche Intelligenz und Experten-Know-how. Der Computer ersetzt den Menschen nicht, aber er unterstützt ihn massgeblich.»

Investitionen lohnen sich

Die BKW hat grosse Kompetenz im Bereich der Datenanalyse. Zusammen mit dem CSEM, haben Experten der verschiedener BKW Geschäftseinheiten und -Tochtergesellschaften für DatWind die Prototypen-Software entwickelt, die frühzeitig vor Zwischenfällen in Windturbinen warnt.

Dass sich die Forschungsinvestitionen bereits gelohnt haben, zeigt ein reales Beispiel einer Turbine in einem BKW Windpark in Italien. Dort warnte DatWind vor einem grösseren Problem im Getriebe. Eine Vorort-Analyse hat dies bestätigt. Ohne vorzeitige Warnung wäre das Getriebe allenfalls total ausgefallen, was mehrere Hunderttausend Franken gekostet hätte. «Die Entwicklungskosten haben wir somit bereits wieder mehr als reingeholt», sagt Kauert.

Nun folgt der nächste Schritt: Erzielen der Produktreife und Integration in die Wind-Log-Dienstleistungsplattform, die auch Dritten offensteht.

Markus Ehinger

Markus Ehinger

Senior Editor