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Am Montag, 18. Januar 2016, hat der Innocampus in Biel seine Türen für Interessierte geöffnet. Die Innovationsstätte ist bereits seit 2014 operativ tätig. Bis 2019 wird sie zum offiziellen Hub des Swiss Innovation Park (SIP). Die BKW ist mit 23 Prozent am Innocampus beteiligt und nimmt mit Christoph Graessner im Verwaltungsrat Einsitz. Im Interview erzählt er, was die BKW mit ihrer Beteiligung bezweckt, woran gemeinsam mit der Berner Fachhochschule (BFH) geforscht wird und welche Bedeutung der Innocampus für die Region hat.

Christoph Graessner, die BKW hat sich im Jahr 2014 an der Innocampus AG in Biel beteiligt. Mit welchem Ziel?

Wir haben mehrere Ziele: Wir zeigen, dass die BKW forschungsfreundlich und anwendungsnah und sowohl schweizweit als auch regional präsent ist. Dank unserer Beteiligung wird der Innovationspark erst möglich – damit leistet die BKW einen Beitrag, die führende Rolle der Schweiz als Innovationsnation zu sichern. Damit erhalten auch wir Zugang und die Möglichkeiten für eine enge Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen. Und last but not least, liegt der Innocampus direkt vor der Tür von BKW Nidau.

Was genau ist Ihre Rolle?

Ich vertrete die BKW in der Unternehmensleitung als Verwaltungsrat. Für mich ist wichtig, durch diese Aufgabe den Innocampus als Unternehmen florieren zu lassen, aber auch uns als BKW direkt zu verlinken. Bei gemeinsamen Interessen bringen wir uns frühzeitig ein und nutzen räumliche Synergien. Aktuell haben wir ein ganzes Team von Mitarbeitenden der BKW im Innocampus vor Ort. Gerade beim Thema Smart Grid bringt das grosse Vorteile, sind wir doch als BKW am Schnittpunkt zwischen Forschung und Anwendung tätig. Wir können also anwendungsnahe Forschung betreiben, haben den direkten Kontakt zur BFH und erfahren frühzeitig, wo die Reise hingeht. Wir überlegen uns im direkten Kontakt gemeinsame Projekte, ohne gross Papier zu produzieren. Innovativ und kreativ. Dazu trägt auch die Atmosphäre im Innocampus bei. Sie strahlt Aufbruch aus. Spürbar.

Der Innocampus wird bald zum offiziellen Hub des Swiss Innovation Park (SIP). Was bedeutet das für den Innocampus und für die Region Biel?

Das hat eine grosse Bedeutung für die ganze Region. Die Trägerschaft des SIP ist eine Stiftung, die Garantien und Bürgschaften gibt. Dies erlaubt es dem Innocampus, gemeinsam mit der BFH im 2019 auf dem neuen Innovationspark Flächen bereit zu stellen. Und dies in grossem Umfang: Der Innocampus wird sich neben seinen aktuellen Büros und Labors ebenfalls mit neuen Räumen erweitern. Das hat nochmals deutlich grössere Zugkraft für Fachkräfte.

An welchen Projekten arbeiten wir im Innocampus aktuell mit?

Wir haben einige Projekte. Gemeinsam mit der BFH und dem CSEM (Neuenburger Centre Suisse d’Electronique et Microtechnique) betreiben wir das anwendungsnahe Forschungsfeld Energy Storage Research Center, auch ESReC genannt. Vor Ort haben wir ein Labor gebaut, mit verschiedenen Speichertechnologien. Dort wollen wir vor allem Algorithmik erforschen. Konkret möchten wir wissen, wie man intelligent Lade-Algorithmik und Energieerzeugung auf dem Dach einsetzt. Wir forschen dort also unter anderem am Gebäude der Zukunft. Zudem haben wir dort unserer Produkt SmartRSA massgeblich entwickelt. Dabei handelt es sich um eine intelligente Rundsteuerung, mit der Elektroboiler und -speicherheizungen dynamisch gesteuert werden können.

Was erhoffen wir uns aus der Zusammenarbeit mit dem Innocampus und der BFH?

Impulse in unsere Produkte – ganz klar. Aber auch Impulse in unsere Dienstleistungen und ein Knowhow-Vorsprung am Markt. Den Vorsprung haben wir in meinen Augen bereits aufgebaut, betrachten wir beispielsweise den Bereich Smart Grid. Da passiert bei uns im Moment extrem viel. Aber auch im Bereich der Gebäudeintelligenz geben wir ein klares Signal in die Region und zeigen, dass dies ein Berufsfeld mit interessanten Perspektiven ist.

Innocampus

Die INNOCAMPUS AG ist eine Plattform für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. Sie bietet Innovationsteams, Start-ups und Forschungs- und Entwicklungsabteilungen Raum, Technologie und Services. Die BKW ist mit 23 Prozent an der Innocampus AG beteiligt.

Swiss Innovation Park

Mit Unterstützung des Bundes werden neben den zwei Hubstandorten Lausanne und Zürich drei Netzwerkstandorte im Aargau, der Nordwestschweiz und in Biel aufgebaut. Diese sollen dazu beitragen, die führende Rolle der Schweiz als Innovationsnation zu sichern und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Der Innocampus ist eine der ersten konkreten Umsetzungen des Swiss Innovation Park, dessen Bieler Sitz in unmittelbarer Nähe gebaut werden wird.

Susanne Hess

Susanne Hess

Projektleiterin Kommunikation bei der BKW