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Rodolphe Bartlomé ist gelernter Netzelektriker. Seit seiner Herzoperation darf er nicht mehr auf dem Beruf arbeiten und ist seit Frühling 2019 im BKW Bildungszentrum Energie in Kallnach tätig. Nebst administrativen Arbeiten ist er immer noch als Instruktor tätig, was ihm viel bedeutet.

Wer sind Sie?

Ich bin Rodolphe Bartlomé. Ich bin Vater eines bald 7-jährigen Sohnes, geschieden und wohne in Frinvillier.

Seit wann arbeiten Sie bei der BKW?

Im Jahr 1998 schloss ich meine Zweitlehre als Netzelektriker ab. Mein erster Lehrberuf war Elektroniker TV/Video. Seit dem Jahr 2000 bin ich im BKW Netzwerk tätig – also schon lange. Im 2000 begann ich bei der BKW Nidau, für die Expo 02. Normalerweise wäre das nur für sechs Monate gewesen, aber ich wurde dann fix angestellt. Bis im Jahr 2008 war ich in Nidau und wechselte dann zu Arnold in Lyss, wo ich bis 2012 arbeitete. In dieser Zeit habe ich rund 160 Trafostationen saniert. Dann war die Zeit reif für eine Veränderung (lacht). So war ich zwei Jahre lang bei La Goule in St. Imier und seither, seit 2014, am Stützpunkt in Reconvilier.

Was war ausschlaggebend für Ihre berufliche Umorientierung?

Leider habe ich mir diese nicht ausgesucht. Die Gesundheit hat mich dazu gezwungen. Ich bin Netzelektriker aus Leidenschaft. 2017 hatte ich – ganz überraschend – einen Schlaganfall. Ich lebe gesund und treibe regelmässig Sport. In diesem Zusammenhang wurde auch mein Herz genau untersucht und ein Missstand festgestellt. Jährlich musste ich dann in die Kontrolle. 2018 fanden die Ärzte, die Operation am Herzen sei notwendig. Seit der Herzoperation und dem Herzschrittmacher, den ich nun habe, darf ich nicht mehr auf meinem gelernten Beruf arbeiten, wegen der elektromagnetischen Strahlung.

Wie wurden Sie in dieser Zeit von der BKW unterstützt?

Schon vor meiner Operation am Herzen habe ich mit Jean-Claude Voumard, dem Leiter des Standorts besprochen, wie es für mich beruflich weitergehen soll. Über «care4you» bin ich in Kontakt mit Mario Cotichini vom Team des betrieblichen Gesundheitsmanagements der BKW getreten. Ich wurde ins sogenannte RESIT-Programm aufgenommen. Ziel dabei ist es, Mitarbeitende, die aus medizinischen Gründen nicht mehr in der bisherigen Stelle arbeiten können, erfolgreich an einem anderen Ort zu integrieren. Dass ich als Reintegrationsstelle nun im Bildungszentrum Energie in Kallnach, zwar gesundheitlich bedingt zu einem reduzierten Pensum, arbeiten kann, ist ein Glücksfall. Insbesondere deshalb, weil ich – nebst administrativen Arbeiten, die ich erledige – weiterhin als Instruktor tätig sein kann. Plan B wäre es gewesen, einen neuen Beruf zu erlernen.

Welches Ziel wollen Sie mit der Neuorientierung erreichen?

Das Hauptziel war ganz klar, dass ich weiterhin im Arbeitsleben bin. Das bedeutet mir sehr viel. Für mich persönlich ist extrem bereichernd, dass ich einer Arbeit nachgehen kann, die mir Spass macht. Ich war schon bisher als Instruktor tätig, was ich glücklicherweise auch weiterhin kann. Sogar den Unterstationskurs darf ich weiterhin leiten. Eine elektromagnetische Strahlung von bis zu 100 Microtesla ist möglich. Ein SUVA-Arzt kam vor Ort, um die Belastung zu messen. Lediglich die Kabelkeller der 50 Kilovolt- und 16 Kilovolt-Leitungen sind für mich verboten. Ich schätze es, weiterhin in der BKW tätig sein zu können. Und auch Rudolf Schneider, der Leiter des Bildungszentrums freut es, da ich bilingue bin (lacht). Ich selber mache einen Berndeutschkurs, um meine Sprachkenntnisse weiterhin zu verbessern.

Wer oder was hat Ihnen geholfen, auf Ihrem Weg vorwärts zu kommen?

Die Unterstützung von Mario Cotichini war extrem wertvoll. Er hat sich um all die administrativen Arbeiten gekümmert, die anstanden, beispielweise mit den Versicherungen. Mario vom care4you hat mir den Rücken freigehalten, so dass ich mich voll und ganz auf meine Genesung konzentrieren konnte. Das war Gold wert. Ich wüsste nicht, woher ich die Energie genommen hätte, mich auch noch darum zu kümmern.

Welches positive Erlebnis als Mitarbeitender erzählen Sie Ihren Freunden weiter?

Ich schätze es, dass ich stets tolle Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen hatte. Ich selber bin sehr offen, was sich sicher auch auf mein Umfeld auswirkt. Bemerkenswert ist der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden am Standort Reconvilier. Wir haben uns auch privat getroffen, so zum jährlichen Grillplausch mit der ganzen Familie oder spontan auf einen Kaffee in der Freizeit. Ich habe auch heute noch Kontakt zu ihnen.

Wenn Sie Bilanz ziehen, was haben Sie über sich selbst gelernt?

Ich liebe das Leben. Ich schätze heute jeden einzelnen Tag und geniesse die Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie. Heute lebe ich bewusst im Hier und Jetzt und denke nicht schon an Morgen. Es ist nicht selbstverständlich, gesund zu sein und am Arbeitsleben partizipieren zu können.

care4you ist die Anlaufstelle, wenn es um die Gesundheit geht

Das Team von «care4you» berät Mitarbeitende bei Fragen zur Gesundheit am Arbeitsplatz. Das Case Management bietet individuelle Unterstützung und begleitet erkrankte oder verunfallte Mitarbeitende zurück an den Arbeitsplatz, übernimmt die Koordination mit Ärzten und Therapeuten sowie vernetzt, wenn nötig, mit externen Partnern.

«Wir sind BKW»

Unter dem Motto «Wir sind BKW» stellen wir in loser Folge Mitarbeitende aus dem Firmennetzwerk vor. Rodolphe Bartlomé ist einer von vier Mitarbeitenden, die in der aktuellen Ausgabe von «BKWorld», dem Magazin für Mitarbeitende, interviewt wurde. Das Thema des Magazins lautete «Gemeinsam umdenken, umschalten».

Katja Bauder

Katja Bauder

Senior Communication Manager bei BKW