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Martin Gruber arbeitet seit August 2019 als Bereichsleiter Elektro + Service Oberland bei der ISP Electro Solutions AG. Nach einer zweijährigen Auszeit auf dem Velo kam er zum Schluss, dass er zurück zu seinen Wurzeln, an die Basis, will. Nebst Projektarbeit steht auch das Handwerk auf dem Tagesprogramm.

Wer sind Sie?

Ich bin Martin Gruber. Ich bin 54 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern.

Ich bin gelernter Elektromonteur und habe mich zum eidg. dipl. Elektrotelematiker weitergebildet und später Wirtschaft studiert. In den vergangenen Jahren war ich in Grossprojekten tätig und habe mich stark spezialisiert. In meiner letzten Funktion war ich bei der Alp Transit zuständig für «Test und Nachweis» für sämtliche Sicherheitsanlagen. Dies mit dem Ziel, die Fahrbewilligungen durch das Bundesamt für Verkehr für den Gotthardbasistunnel zu erlangen.

Seit wann arbeiten Sie bei der ISP Electro Solutions AG, die zum Netzwerk von BKW Building Solutions gehört?

Ich bin noch ganz neu (lacht). Am 19. August habe ich bei der ISP Electro Solutions AG begonnen. Unser Gebiet ist riesengross und bietet viel Potenzial. Die Aufträge sind extrem unterschiedlich: vom Kleinstauftrag, über das Einfamilienhaus, zum Landwirtschaftsbau bis hin zur Industrie. Eine geniale Mischung.

Was war ausschlaggebend für Ihre berufliche Umorientierung?

Ich hatte einige leitende Positionen in den letzten Jahren inne und war oft im Bereich Installationen tätig. Ein logischer Karriereschritt folgte auf den nächsten. Ich war in Grossprojekten auf Stufe Generalunternehmung und Totalunternehmung tätig. Diese Projekte bringen einige Spezialitäten mit sich: Die Endtermine sind fix und sehr langfristig, die Arbeitsfortschritte erfolgen oft nicht im selben Tempo, wie es der Terminplan vorsehen würde. Dies endet manchmal in Differenzen. Der Druck ist enorm und der eigene Einfluss oft klein. Aber aufgeben gibt es nicht. Wer «A» sagt, muss auch «B» sagen. Aber es ist spannend und bereichernd, das oft unmöglich Erscheinende schlussendlich zu erreichen. Ich bin eher ungeduldig und freue mich, wenn ich steuern und überzeugen kann und Projekte so beschleunigt werden. Deshalb habe ich mich danach gesehnt, wieder zurück zur Basis zu gehen.

Wer oder was hat Ihnen geholfen, diesen Entscheid zu treffen?

Meine Frau Manja und ich arbeiten beide sehr gerne und viel. Oft sagte am Samstag einer zum andern: «Du, ich muss noch schnell ins Büro.» Wir hatten beide wenig Zeit für uns und der berufliche Druck war gross, was auch die Gesundheit belastete. Das nahmen wir zum Anlass, um uns bewusst eine Auszeit zu gönnen und zogen mit unseren Fahrrädern los – ein lang gehegter Traum wurde Wirklichkeit. Fast zwei Jahre lang waren wir entlang der Panamericana-Route unterwegs. Dabei hatte ich einerseits Zeit, andererseits den Kopf frei, um mir Gedanken über meine berufliche Zukunft und die Erwartungen für mein Leben zu machen. Ich fragte mich: Was will ich wirklich? Was ist mir wichtig? Was ist der «gemeinsame Nenner» mit all meiner beruflichen Erfahrung?

Welches Ziel wollen Sie mit der Neuorientierung erreichen?

Bei all meinen Überlegungen und Reflektionen der beruflichen Vergangenheit kristallisierte sich heraus, dass ich zurück zur Basis gehen will. Dorthin zurück, wo auch ich mein Handwerk gelernt habe. Dort, wo ich steuern kann, es vorwärts geht, ich Kollegen überzeugen kann und die Projekte nicht solch lange Endtermine haben, wie das bei Grossprojekten der Fall ist.

Wenn Sie Bilanz ziehen, was haben Sie dabei über sich selbst gelernt?

Wenn mich jemand fragen würde, was ich im nächsten Leben lernen würde: ich würde denselben Beruf erlernen. Zusammen mit anderen Leuten etwas entstehen zu lassen, finde ich genial. Egal, ob es jetzt etwas «Einfaches» oder «Komplexes» ist. Ich würde vielleicht nicht den zweiten Bildungsweg wählen. Ich habe ein eidgenössisches Diplom in Telematik und habe später Wirtschaft studiert. Ich würde wohl noch ein bis zwei Studien dranhängen. Eine gewisse Komplexität in Projekten gefällt mir, sowie die Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Aber auch das Handwerkliche entspricht mir sehr.

Was motiviert Sie besonders an Ihrer aktuellen Arbeit?

Für mich sind Handwerker immer noch die Grössten. Ob jetzt Elektriker, Schreiner oder Gipser. Sie beherrschen ihr Handwerk – und zwar gut. Und was sie vielleicht weniger können, das kann ich einbringen. Ich wage zu behaupten, dass ich mit meinen bisherigen Aufgaben einen guten Rucksack mitbringe: mit einer gewissen Routine, aber auch einer Breite. Und ich kann auch quer denken. (lacht) Ich wurde von den Mitarbeitenden sehr offen und herzlich willkommen geheissen. Zudem sind alle sehr ehrlich und haben einen respektvollen Umgang miteinander – das ist mir wichtig.

«Wir sind BKW»

Unter dem Motto «Wir sind BKW» stellen wir in loser Folge Mitarbeitende aus dem Firmennetzwerk vor. Martin Gruber ist einer von vier Mitarbeitenden, die in der aktuellen Ausgabe von «BKWorld», dem Magazin für Mitarbeitende, interviewt wurde. Das Thema des Magazins lautete «Gemeinsam umdenken, umschalten».

Katja Bauder

Katja Bauder

Senior Communication Manager bei BKW