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Gemeinsam mit Partnern hat die BKW ein Echtzeit-Management-System für das Verteilnetz entwickelt – die GridBox. In einem Forschungsprojekt hat das neuartige System die Energieflüsse im Netz über ein Jahr hinweg gemessen. Die Projektpartner haben nun beim Bundesamt für Energie den Abschlussbericht eingereicht und gründen eine Firma.

Mit der zunehmenden Einspeisung durch Wind- und Sonnenenergie nehmen auch die Schwankungen im Stromnetz zu – es braucht ein intelligentes Netz, das mitdenkt: das Smart Grid. Im Rahmen des Projektes hat die BKW im Frühjahr 2015 in rund 70 Gebäuden im Kiental Messgeräte, die so genannte «GridBox», eingebaut. Diese zeichnet den Stromverbrauch und die Spannung im Sekundentakt auf. «Wir haben mit diesem Projekt wertvolle Erfahrungen sammeln können, um neue erneuerbare Energien effizient an unser Verteilnetz anzuschliessen», sagt Dr. Oliver Krone, Leiter Smart Grid Engineering BKW. Während im Kiental ein eher ländliches Netz getestet wurde, hat das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) ebenfalls Versuche in ihrem Stadt-Netz durchgeführt.

Die Daten und das Wissen über den tatsächlichen Netzzustand eröffnet den Verteilnetzbetreibern in Zukunft eine Vielfalt an Optimierungsmöglichkeiten. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sind:

  • Die GridBox-Technologie ermöglicht beispielsweise die gleichzeitige Ansteuerung von sehr vielen PV-Anlagen mit unterschiedlichen Zielvorgaben. Dadurch lassen sich die Anlagen bedarfsgerecht regeln, sodass das gesamte Netz optimal ausgeregelt werden kann.
  • Um den Netzzustand ausreichend genau zu erfassen, genügen im Wesentlichen Messungen an Transformatorenstationen, Verteilkabinen und Anschlüssen von grossen Verbrauchern. Redundante Messungen führen zu keiner nennenswerten Verbesserung.
  • Es hat sich gezeigt, dass der Netzzustand innerhalb von zirka 10 Minuten als weitgehend konstant angenommen werden kann. Wenn man innerhalb dieser 10 Minuten verschiedene Optimierungsansätze nacheinander in unterschiedlicher Reihenfolgen und Zusammenstellungen einsetzt und vergleicht, lassen sich unterschiedliche Strategien prüfen, allenfalls auch rein lokale Optimierungsstrategien.
  • Die regionale Optimierung, also die Kenntnis von mehr als der lokalen Messung im Niederspanungsnetz, bringt Vorteile. So können flexible Geräte im Haushaltsbereich wie Boiler oder PV-Anlagen einen Beitrag zur Spannungshaltung leisten.

Der Abschlussbericht wurde nun beim Bundesamt für Energie eingereicht. In den nächsten Monaten gründen die Partner BKW, ewz, SCS Supercomputing Systems AG und Bacher Energie AG eine eigene Firma, um die GridBox kommerziell zu vertreiben und die innovative Technologie auch anderen Energieversorgungsunternehmen zugänglich zu machen.

Susanne Hess

Susanne Hess

Projektleiterin Kommunikation bei der BKW

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