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Setzt rundum auf Sonnenenergie: Hubert Schibli (Mitte), Gemeindepräsident von Alterswil. Das Dorf liegt im Freiburger Sensebezirk. (ZVG)

Hubert Schibli, Ammann von Alterswil FR, hat als Mitbesitzer eines Mehrfamilienhauses eine Solaranlage installiert, weil er weg vom Erdöl wollte. Wie er und seine Mieter profitieren, welche Erfahrungen er gemacht hat und wieso er sein Elektroauto schätzt.

«Ich bin nicht grün, aber ich lebe bewusst», sagt Hubert Schibli. Nach einem Informationsabend über Photovoltaik vor zwei Jahren reifte in ihm der Entscheid, das Mehrfamilienhaus im freiburgischen Alterswil, wo er Gemeindepräsident ist, auf Sonnenenergie umzurüsten. «Für mich wurde immer klarer: Wir müssen weg von der Erdölabhängigkeit», erzählt er.

Guter Ertrag

Kann Strom vor Ort erzeugt werden, wie hier in Alterswil im Mehrfamilienhaus von Hubert Schibli, wertet das eine Liegenschaft auf. (Elektrobedarf Troller AG)

Ende 2018 bestellte Schibli bei der Firma Troller, einer Partnerin von engytec, deshalb eine Solaranlage. Im März 2019 wurde sie bereits in Betrieb genommen. Die 64 installierten Solarpanels liefern eine durchschnittliche Produktion über das Jahr von 53 kWh pro Tag. An sonnigen Tagen kann die Anlage auf dem Dach fast 100 kWh produzieren. Das ist oft mehr, als die acht Mieter, die alle von Schibli mit Strom versorgt werden, verbrauchen.

«Das Homeoffice während der Coronazeit habe ich allerdings bemerkt», sagt Hubert Schibli, der den Stromverbrauch via engytec-App verfolgt. «Am höchsten ist der Verbrauch jedoch während der TV-Übertragung von internationalen Fussballspielen. Und zwar während der Pausen, weil der Fernseher läuft und parallel dazu Kaffeemaschine und Kühlschrank benutzt werden», meint er schmunzelnd.

Rundumbetreuung durch Profis

Über die engytec-App kann Schibli den Stromverbrauch pro Wohnung ablesen. Auch den eigenen, denn er lebt ebenfalls im Haus. Obwohl er zum Stromverkäufer geworden ist, muss er sich administrativ um nichts kümmern. Die BKW-Tochter engytec erledigt das für ihn. «Die Profis kümmern sich um das ganze Rechnungswesen und das Inkasso. Ich habe damit gar keine Arbeit», sagt Schibli. Das Unternehmen überwacht zudem sämtliche Stromzähler.

Das bringts den Mietern

Ihm als Hausbesitzer hilft der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), wie dieses Modell offiziell heisst, die Rentabilität seiner Photovoltaikanlage zu optimieren. Aber was für Vorteile bringt das kleine Sonnenkraftwerk auf dem Dach eigentlich seinen Mietern? Abgesehen von der Tatsache natürlich, dass sie etwas für die Umwelt tun.

«Sie bekommen den Strom tagsüber von mir billiger als vom offiziellen Stromversorger», sagt Schibli.

Konkret verrechnet er während des Hochtarifs 17,88 Rappen pro Kilowattstunde. Beim Elektrizitätswerk mit Netznutzung kostet der Strom tagsüber gegen 20,88 Rappen. Nachts, also beim Niedertarif, sind es über 13,35 Rappen. Schibli: «Alle haben sich gefreut, dass sie plötzlich tiefere Stromkosten haben.» Kommt dazu, dass seine Mieter auf eine An- und Abmeldung bei einem Energieanbieter verzichten können.

Gerüstet für E-Fahrzeuge

Hier speist Hubert Schibli sein E-Fahrzeug mit Strom. Er hat noch eine zweite Ladestation installiert. (Elektrobedarf Troller AG)

Sollte jemand auf Elektromobilität umsteigen wollen, ist ebenfalls vorgesorgt. Hubert Schibli hat zwei Ladestationen einbauen lassen. Bislang nutzt aber nur er die Möglichkeit des grüneren Autofahrens. «Ich habe seit 2018 einen Opel Ampera-e und bin damit schon 45’000 Kilometer gefahren.» Seinen Benziner benutzt er nur noch für Strecken ab 300 Kilometern.

Die längste Strecke, die er mit seinem E-Mobil zurückgelegt hat? «Alterswil–Colmar retour. Das sind 400 Kilometer. Ich habs gerade noch zurück geschafft», sagt Schibli und lacht. Er weiss, wie wichtig es ist, den Wagen im Voraus zu Hause zu laden. Das tun übrigens gemäss Statistik bereits 80 Prozent der E-Fahrzeug-Besitzer.

Bald gibt es auch einen Speicher

Schibli lädt seinen Wagen zwangsläufig über Nacht, weil er tagsüber – also dann, wenn er seinen eigenen Sonnenstrom produziert – unterwegs ist. Weil er noch keinen Stromspeicher besitzt, muss er deswegen Strom vom Elektrizitätswerk beziehen. «Aber in ein, zwei Jahren möchte ich einen Speicher einbauen», sagt er.

Er ist in Alterswil übrigens nicht der Einzige, der auf Solarstrom setzt: «Wir haben 2000 Einwohner und schon 60 Anlagen. 2008 wurde gar die grösste private Anlage im Kanton Freiburg gebaut.»

Neben seinem Amt als Gemeindepräsident ist Hubert Schibli auch Geschäftsführer eines Alterszentrums im Oberaargau. Dieses möchte er ebenfalls mit Solarpanels ausstatten. Ausserdem wird die Gemeinde Alterswil eine Mehrzweckhalle bauen. Und zwar mit Solarpanels und wenn möglich mit einem grossen Speicher. So könnte man das Schulhaus, das Gemeindehaus und noch mehr Haushalte mit selbstproduziertem Strom versorgen. Hubert Schibli: «Wir müssen handeln – dem Klima zuliebe.

Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)

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www.engytec.ch

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In Kooperation mit Blick.ch

In Kooperation mit Blick.ch

Beitrag aus blick.ch/green im Rahmen einer Zusammenarbeit der BKW mit Ringier / Article de blick.ch/green dans le cadre d’une collaboration de BKW avec Ringier.

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  • Michael Blum