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Teilchenbeschleuniger CERN

Die BKW Infra Services macht Jagd auf das Urknall-Geheimnis: Sie montiert in den nächsten drei Jahren rund 1500 spezielle Kabelzubehörteile für das Cern, das grösste Zentrum für Teilchenphysik der Welt.

«Im Cern in Genf zu arbeiten ist ein grosses Abenteuer und eine einmalige Chance», sagt Cédric Favrod, Bereichsleiter Energie und Verkehr der BKW Infra Services in Ecublens VD. «Es ist etwas Besonderes. Es gibt viele technische, logistische und administrative Herausforderungen.»

Higgs-Teilchen entdeckt
Weltberühmt wurde das Cern 2012, als der 27 Kilometer lange und 100 Meter unter der Erde angelegte Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider – kurz LHC – das Higgs-Teilchen entdeckte. Es war das letzte fehlende Puzzlestück im Standardmodell der Teilchenphysik. Diese untersucht die elementaren Bestandteile von Materie und Strahlung sowie deren Wechselwirkung. Eine Milliarde Protonenkollisionen erzielt der Teilchenbeschleuniger LHC pro Sekunde. Jetzt wird er überholt – und die Leistung erhöht.

Auch die Kabel müssen neu verlegt werden. Die Herausforderung liegt darin, die extrem delikaten Aufgaben so auszuführen, dass es zu keinen Ausfällen kommt. «Aus diesem Grund haben wir uns mit der Firma Arnold für ein Unternehmen mit Erfahrung und Know-how in diesem Bereich entschieden», sagt Beatriz Gutiérrez Hernández, Projektleiterin beim Cern. Das elektrische Netz des Cern umfasst über 500 Kilometer unterirdische Stromleitungen. «Wir stellen alle Kabelenden und Abzweiger selber her und montieren sie an sämtlichen Kabeln mit einer Spannung von 3 bis 66 Kilovolt», hält Favrod fest.

Rund um die Uhr auf Abruf
Die Anforderungen sind hoch. Jeder Mitarbeitende muss für die Arbeiten in Untergrund und Strahlenschutzgebieten extra geschult werden. Und jeder Kabelmonteur muss jederzeit im Besitz einer elektrischen Zertifizierung sein. Die Spezialisten von Arnold sind an 7 Tagen während 24 Stunden auf Pikett. Ein Express-Trupp mit zwei Installateuren repariert bei einer Netzwerkstörung innerhalb von sechs Stunden.

Arnold steht dem Forschungsinstitut auch als Interventionsstelle bei einer Panne zur Seite. Beatriz Gutiérrez Hernández: «Die Arbeiten sind äusserst heikel und extrem anspruchsvoll.» Es gehe um den Zugang zum Teilchenbeschleuniger und zum elektrischen Verteilungs- und Übertragungsnetz am Cern. «Bei einer unsachgemässen Ausführung kann dies Defekte an den Geräten und grössere Ausfälle zur Folge haben», so Gutiérrez.

Doch die Experten von Arnold unternehmen alles, damit es erst gar nicht dazu kommt. Sie setzen extra einen Fehler-Ortungsdienst sowie eine Kabeltrasse-Suche im gesamten Mittel- und Hochspannungsnetz des Cern ein. Sie wissen: Der kleinste Lapsus bei Arbeiten an dieser Anlage von einem anderen Stern verschlingt schnell astronomische Summen. Doch Cédric Favrod sagt: «Wir sind sehr stolz darauf, unseren Beitrag zum reibungslosen Betrieb eines weltweit einzigartigen Labors zu leisten.»

Die Netz-Profis

Die BKW Infra Services mit rund 1000 Mitarbeitenden umfasst neben dem Stammhaus Arnold die vier Tochtergesellschaften Arpe, Baumeler, Curea und Hinni. Als eines der führenden Netzbauunternehmen der Schweiz erbringt Arnold umfassende Gesamtdienstleistungen in den Bereichen Energie, Telecom, Verkehr und Wasser. Mit Einsätzen bei Wind und Wetter draussen, Ausführungen im Untergrund oder zukunftsweisenden Arbeiten in Forschung und Entwicklung.

In Kooperation mit Blick.ch

In Kooperation mit Blick.ch

Beitrag aus blick.ch/green im Rahmen einer Zusammenarbeit der BKW mit Ringier.