Der sportliche Dreiklang aus Slalom, Superkombination und der Abfahrt als Königsdisziplin macht den FIS Ski Worldcup Wengen zweifelsohne zu einem der eindrücklichsten Sportevents der Schweiz. Ganz speziell für alle Beteiligten: Wengen hat keine Zufahrtstrasse und ist autofrei. «Damit sind die Lauberhornrennen eine einzigartige Herausforderung», sagt Marco Candolfi, Leiter Logistik der Lauberhornrennen.

1500 Tonnen Material müssen mit der Bahn oder dem Helikopter nach Wengen gebracht werden, um die Infrastruktur für die 88. Lauberhornrennen aufzubauen und einmal mehr einen Grundstein für einen unvergesslichen Ski Event zu liefern. Seit vier Jahren ist Marco Candolfi zuständig dafür, dass dieses Material auf dem richtigen Weg zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. «Ich mache das sehr gerne», sagt er mit einer Selbstverständlichkeit, die überrascht. Denn jedes Jahr opfert er seine Betriebsferien und nimmt unbezahlten Urlaub, damit er seiner Arbeit für die Lauberhornrennen nachgehen kann. «Ende Januar, wenn die Rennen vorbei sind, fühle ich mich im Kopf wieder frei, und habe eine Menge neue Erfahrungen gemacht. Dann kann ich mich wieder mit frischer Energie an meine sonstige Arbeit als Maurer machen.»

Lernkurve steigt

Für den Grossevent arbeitet Marco Candolfi eng mit der Armee und dem Zivilschutz zusammen. Dass er dabei immer mit den gleichen bekannten Gesichtern zu tun hat, erleichtert ihm die Arbeit: «Die Lernkurve steigt von Jahr zu Jahr in der Zusammenarbeit. Davon profitieren wir seitens Organisation und auch die Partner». Elementar ist beispielsweise, dass sämtliches Material angeschrieben und richtig gestapelt wird. Denn nur so wissen die Logistiker beim Abladen von den Zügen, wohin das Material in Wengen verteilt werden muss. «Da gibt es schon einige herausfordernde Situationen, bei denen wir vor Paletten stehen und keine Ahnung haben, von wem und für wen sie sind.» Aber Marco bringt auch das nicht so schnell aus der Ruhe. Mit ein paar Telefonanrufen konnte er bis jetzt alle Herausforderungen meistern.

Autofreies Dorf macht den Charme aus

Als ihn einmal ein Lastwagenfahrer auf dem Weg Richtung Wengen angerufen und sich erkundigt hat, wo in Wengen er das Material abladen soll, wurde ihm so richtig bewusst, wie speziell Wengen ist. «Natürlich habe ich ihm genau erklärt, wie er in Lauterbrunnen auf die Bahn verladen muss und dass wir das Material dann hier oben in Wengen entgegennehmen. Trotzdem konnte der Fahrer fast nicht glauben, dass in einem autofreien Dorf ein Grossevent stattfindet.» In enger Zusammenarbeit mit drei lokalen Logistikunternehmen wird das Material nach der Fahrt von Lauterbrunnen nach Wengen von den Bahnwagen abgeladen und an ihren Bestimmungsort in Wengen verteilt. Mit einem Schmunzeln gesteht Marco Candolfi, dass diese besondere Herausforderung an die Logistik die Arbeit für ihn so spannend mache. «Ich freue mich jedes Jahr, wenn am Donnerstagabend jeweils die Startnummern vergeben werden und ich über den Platz blicke und weiss: Wir haben unser Bestes gegeben.»

Spannung und Stimmung auf und neben der Piste

Mit der längsten Abfahrt des gesamten Ski Weltcup ist in Wengen für Nervenkitzel und Dramaturgie gesorgt. Hinzu kommt, dass das Schweizer Spitzenplätze – wie wir im letzten Jahr mit Nils Hintermann gesehen haben, in Wengen keine Seltenheit sind. Die BKW ist seit Jahren offizielle Partnerin des Ski World Cup und sorgt für Spannung und Stimmung neben der Piste.

Stefanie Uwer

Stefanie Uwer

Kommunikationsmanagerin bei der BKW