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Bis Ende 2022 soll jährlich jeder vierte neue Personenwagen bei der BKW vollelektrisch sein. Damit entspricht die BKW der Roadmap des Bundesamts für Energie. Vom Elektromobilitäts-Know-how der BKW sollen in Zukunft auch andere Unternehmen profitieren.

0,9 Prozent oder in absoluten Zahlen 43’400. So viele reine Elektroautos waren im letzten Jahr gemäss Bundesamt für Statistik in der Schweiz immatrikuliert. Das tönt nach wenig. Doch klar ist: Die Tendenz ist steigend. Eine starke Zunahme verzeichneten die Elektroautos bereits 2019. Damals wurden gegenüber dem Vorjahr plus 144 Prozent Elektroautos in Verkehr gesetzt.

Gaudenz Oetterli, Group Fleet Manager

Klar ist auch: In Zukunft wird die Elektroquote weiter steigen. Und hier will die BKW (vor allem BKW Energie und BKW Infra Services) ihren Teil beitragen. «Bis Ende 2022 soll jährlich jeder vierte neue Personenwagen bei der BKW vollelektrisch sein», erklärt Gaudenz Oetterli, Group Fleet Manager. Bedenkt man, dass die BKW pro Jahr rund 100 Personenwagen beschafft – ob durch Kauf oder durch Akquisitionen von Unternehmen – kommen einige Elektroautos zusammen.

Mit diesem Ziel entspricht die BKW der Roadmap des Bundesamts für Energie, welche 2018 die damalige Bundesrätin Doris Leuthard initiierte. Das Ziel der Roadmap: Im Jahr 2022 sind Elektrofahrzeuge selbstverständlicher Bestandteil des Strassenverkehrs in der Schweiz. 15 Prozent der Neuzulassungen von Personenwagen sollen dann sogenannte Steckerfahrzeuge (Hybrid oder vollelektrisch) sein. Der Hintergrund: Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein für eine energieeffizientere und klimaverträglichere Mobilität. Entsprechend gibt die BKW nicht nur bei der eigenen Flotte elektrisch Gas, sondern will ihr Know-how auch an Dritte weitergeben.

Kombis kommen später auf den Markt

Könnten es nicht noch mehr als «nur» 25 Prozent Elektroautos sein? Jein. «Wir würden gerne eine möglichst grosse Anzahl der neuen PKW mit vollelektrischen Fahrzeugen ersetzen, wenn möglich natürlich mehr als 25 Prozent», räumt Gaudenz Oetterli ein. «Allerdings gibt es noch nicht für alle unsere Bedürfnisse und Geschäftsfelder ein Elektroauto.» Der Group Fleet Manager denkt hier vor allem an Kombis. Gerade mit einem Kombi, der als Ersatz für den Octavia dienen könnte, lasse sich die Autobranche viel Zeit. Nicht zuletzt, weil Kombis nur in der Schweiz und in Österreich in grossem Rahmen gekauft würden. Im gesamteuropäischen Markt sei dies nicht sehr interessant, daher kommen diese Modell erst Ende 2022 / Anfang 2023 auf den Markt. «Zudem ist es so, dass wir bei den Fahrzeugen zuerst den BKW Flottencheck machen, um genau eruieren zu können, ob ein Wechsel auf ein Elektroauto im Grundsatz möglich ist, und natürlich ökologisch wie auch ökonomisch Sinn ergibt», sagt Gaudenz Oetterli (siehe Kasten unten «Der E-Mobility-Flottencheck der BKW»).

E-Mobilität für Private, Immobilieneigentümer und -verwaltungen und Geschäftskunden

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Keine Hybrid-Fahrzeuge

Warum aber sollen die Autos bei der BKW künftig vermehrt vollelektrisch sein? Schliesslich wären auch Hybrid-Fahrzeuge eine Option. Auf die «Übergangstechnologie» mit Hybrid werde bei der BKW bewusst verzichtet, sagt Gaudenz Oetterli. «Wir haben während mehreren Monaten Hybrid-Modelle von fünf verschiedenen Automarken getestet. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass wir jene Distanzen, die wir mit unseren Personenwagen zurücklegen, sehr gut vollelektrisch bestreiten können.» Bei Hybrid-Fahrzeugen schleppe man zwei Motoren sowie das Gewicht einer kleinen Batterie als zusätzlichem Gewicht mit. «Bei falscher Nutzung kann das kontraproduktiv sein und sogar einen grösseren Verbrauch als bei einem reinen Verbrennungsmotor zur Folge haben», sagt Gaudenz Oetterli. Komme hinzu, dass man bei einem Hybrid den Verbrennungsmotor warten müsse, was wirtschaftlich nicht unbedingt interessant sei.

Agieren statt reagieren

«Ich stehe voll und ganz hinter dem Ziel der BKW», sagt Gaudenz Oetterli. Es ist sinnvoll, mit der E-Mobilität vorwärts zu machen. Nicht zuletzt, weil der Automarkt ein sogenannter Anbietermarkt sei und immer mehr verschiedene Modelle auf den Markt kommen. «Es gibt das zu kaufen, was es gibt. Und weil die Hersteller strenge Auflagen einzuhalten haben – Stichwort CO2-Strafzölle – würden sie auf die neuen Technologien setzen und entsprechend viele Milliarden in die Elektromobilität investieren. «Es ergibt deshalb auch für die BKW Sinn, früh zu agieren, damit wir nicht später reagieren müssen.»

Der E-Mobility-Flottencheck der BKW

Für Unternehmen, welche ihre Flotte nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll in Richtung Elektromobilität entwickeln wollen, bietet die BKW einen Flottencheck an. Zusammen mit unserem Partner autoSense erstellen Experten einen detaillierten Report zur Eignung und Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität. Natürlich unterzieht auch die BKW ihre eigenen Fahrzeuge einem Check, vor allem bei älteren Fahrzeugen, die ersetzt werden müssen. «Damit erkennen wir, ob ein Umstieg auf ein Elektroauto beim konkreten Nutzer möglich ist», erklärt Gaudenz Oetterli, Group Fleet Manager bei der BKW. «Gleichzeitig können wir auch überprüfen, ob ein Umstieg ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist.»

Weitere Informationen zum Flottencheck finden Sie auf unserer Website.

Markus Ehinger

Markus Ehinger

Senior Editor