Artikel teilen auf

Ein Hydrant ist einfach ein Hydrant, oder? Er erfüllt seinen Zweck und kommt im wahrsten Sinn des Wortes zum Einsatz, wenn es brennt. Dann liefert er Löschwasser, aus dem Trinkwassernetz. Nicht so die Hydranten von Hinni. Wenn die Digitalisierung auf Hydranten trifft, kommen clevere Lösungen dabei heraus: Hydranten, die automatisch Lecks erkennen – und diese Informationen weitergeben.

«Ihr spinnt doch, einen intelligenten Hydranten zu entwickeln» – dies die Reaktion einiger Leute, als wir vor rund zehn Jahren damit begannen, Zusatzfunktionen in Hydranten einzubauen. Jules Graber, CEO der Hinni AG, schmunzelt, als er davon erzählt. Denn eine Schnapsidee war es keinesfalls, Hydranten aufzuwerten, mit mehr Funktionen und damit mehr Technik.

Als Dienstleisterin geboren

Seit der Geburtsstunde der Hinni AG im Jahr 1990 ist die Firma als Dienstleisterin tätig. Hinni hat Hydranten gewartet, also den ganzen Service angeboten, und erst später selber gebaut. Als Dienstleisterin berät Hinni ihre Kunden im Bereich der Wasserversorgung und bei deren Management. Sie plant zusammen mit den Kunden Investitionen für die nächsten Jahre und erstellt Wasserbilanzen. Ein wichtiger Punkt bleibt die ganze Wartung. «Sobald die Arbeit komplex, schmutzig und hart wird – dann werden wir aufgeboten.»

Mit einem Flair für Innovationen

Hinni wollte nicht nur simple Hydranten bauen. Hydranten, die direkt mit dem Trinkwassernetz verbunden sind, sollen im Notfall mehr bieten als Löschwasser. Gesucht wurde nach einem echten Mehrwert für die Kunden. Es entstand der intelligente Hydrant, der sich mitteilt. Die Intelligenz liegt in der eingebauten Technik. Dank ihr werden Lecks automatisch erkannt. Sofort wird eine SMS an die zuständige Person der Wasserversorgung versendet: Leck an der Bahnhofstrasse 14, Lyss. «Die Kunden erfahren unmittelbar von Lecks im Trinkwassernetz. Sie können gleich reagieren und sparen damit wertvolle Zeit und Geld», betont Jules Graber.

Die Zeit prägt das Geschäft

Der intelligente Hydrant ist ein voller Erfolg. Die Digitalisierung prägt Hinni heute und morgen. Daten in Echtzeit sind heute gefragt – immer mehr Informationen aus dem Trinkwassernetz sind von Interesse, Parameter wie der statische Druck oder der Durchfluss. «Man kann das mit einem Haus oder einer Wohnung vor zwanzig Jahren vergleichen. Ich würde mal behaupten, dass die Energie damals niemanden interessiert hat. Heute laufen die Leute mit dem Handy rum und kennen ihren Energieverbrauch ganz genau – sogar in Echtzeit.» Hinni ist daran, verschiedene Sensoren zu entwickeln, die sie in ihr Trinkwassernetz integrieren kann. Sie reagiert damit auf die Bedürfnisse nach aktuellen Informationen rund um den intelligenten Hydranten.

Katja Bauder

Katja Bauder

Projektleiterin Publikationen bei BKW