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Um einen Würfel (r.) reicher: der Bio-Park von Lonza. Photo Valeriano Di Domenico

Der Lifescience-Konzern Lonza baut seinen Bio-Park in Visp VS aus. Die ersten neuen Labors sind fertiggestellt. Für Strom sorgt unter anderem das Team von Werner Electro. Kein Job wie jeder andere.

Wer schon einmal einen Hausbau miterlebt hat, weiss: Es ist kein Kinderspiel, dass am Schluss alles dort ist, wo man es haben wollte – und auch funktioniert. Man kann sich also vorstellen, wie viel komplizierter es ist, wenn man an riesigen Bauprojekten arbeitet. Wie zum Beispiel am Ausbau des Bio-Parks Ibex Solutions in Visp VS, in den die Lonza AG und ihre Partner aktuell rund eine Milliarde Franken investieren.

Hochmodern: Die neuen Labors lassen keine Wünsche übrig. Photo Valeriano Di Domenico

Eben hat dort ein neues Laborgebäude den Betrieb aufgenommen. Es soll beispielsweise Pharmafirmen dabei unterstützen, neue, lebensrettende Medikamente noch schneller im kleinen, mittleren oder grossen Massstab zu produzieren. Auch für das US-Biotechnologie-Unternehmen Moderna, das vielversprechend an einem Covid-19-Impfstoff forscht, sollen in den neuen Labors künftig wichtige Qualitätskontrollen durchgeführt werden.

Der Startschuss für den 30 Meter hohen, 40 Meter breiten und 80 Meter langen Bau mit 15’000 Quadratmetern Nutzfläche fiel im Mai 2019. «Das machte den Zeitplan für alle Beteiligten sehr sportlich», sagt Felix Burger, der bei Lonza die Gesamtverantwortung für das Labor-Projekt trägt.

«Im Labor-Neubau waren in Spitzenzeiten gleichzeitig rund 280 Installateure im Einsatz»

 

Felix Burger und Stefan Luggen bei der Besichtigung eines Labors. Photo Valeriano Di Domenico

Die grösste Herausforderung sei aber gewesen, alles so zu organisieren, dass die Arbeiter gut aneinander vorbeikamen. «Im Labor-Neubau waren in Spitzenzeiten gleichzeitig rund 280 Installateure im Einsatz», so Felix Burger.

Unter diesen Fachkräften war auch Stefan Luggen. Er ist Geschäftsführer der Werner Electro, die Teil von BKW Building Solutions ist und als Spezialistin für Elektroinstallationen gilt. Luggens Team hat unter anderem die Stromleitungen gezogen und Anschlüsse für das High-Tech-Equipment bereitgestellt. «Wir haben rund 180 Kilometer Kabel verlegt und um die 1700 Netzwerkanschlüsse installiert», sagt er.

Kein einfacher Job, wenn es um hochkomplexe Laborgeräte geht und an jedem Laborplatz Messungen durchgeführt und entsprechend Daten übermittelt werden. Damit das reibungslos klappt, muss bei den Elektroinstallationen alles perfekt stimmen.

Stefan Luggen prüft die Verdrahtung in der Brandmeldezentrale. Photo Valeriano Di Domenico

Luggen und sein Team kümmerten sich auch um die Beleuchtung. In den Labors brauchen die Forscher helles Licht, das aber trotzdem nicht zu grell ist. Werner Electro übernahm zudem die Verdrahtung der Notbeleuchtung sowie der Brand- und Gasmelder. Alles wichtige Faktoren in Sachen Sicherheit.

Insgesamt sei elektrotechnisch ein Volumen von 4,5 Millionen Franken verbaut worden, erzählt Stefan Luggen. «Vom Start im Januar bis zum Endtermin im August macht das 600’000 Franken im Monat.»

Was dieses Projekt für ihn von allen zuvor erlebten abhebt: «Vor der Inbetriebnahme der Haustechnikanlage mussten wir Geräte messen und in Betrieb setzen. Das hatten wir vorher noch nie gemacht.» Luggen musste deshalb fünf Leute speziell ausbilden – während des Jobs. Und er musste Manpower dazu mieten. «In Spitzenzeiten brauchte es von unserer Seite bis 80 Personen. Und sie mussten sehr gut qualifiziert sein.»

«Die rund 60 Leute, die vor Ort arbeiten, freuen sich, weil sie noch nie in einem so modernen Labor gearbeitet haben.»

Stolze Zahl: 180 Kilometer Kabel wurden verlegt. Photo Valeriano Di Domenico

Die Mühen haben sich gelohnt. Alles funktioniert im Laborgebäude einwandfrei. Und die  ersten Labor-Betreiber sind hochzufrieden. «Die rund 60 Leute, die vor Ort arbeiten, freuen sich, weil sie noch nie in einem so modernen Labor gearbeitet haben», sagt Felix Burger.

Beispielsweise müssen die Laboranten dank der neuen Infrastruktur nicht mehr jedes Tröpfchen einzeln von Hand in eine Schale geben. Eine automatische Anlage bedient nun gleich 50 Schalen gleichzeitig. Burger: «Unsere Kunden konnten von Anfang an ihre Wünsche anbringen und haben nun die bestmöglichen Instrumente und Möglichkeiten in diesen hochmodernen Laboren.»

Das Konzept des Bio-Parks von Lonza kommt bei den Kunden gut an. «Die Gebäudehüllen können je nach Technologie flexibel und modular ausgebaut werden. Dadurch können wir schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren», so Renzo Cicillini, Standortleiter von Lonza Visp Gerade in einem Fall wie Corona und Moderna sei das entscheidend.

Mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi hat Lonza übrigens ein weiteres High-Tech-Gebäude in seinem Ibex-Bio-Park erstellt. Weitere Kundenverträge kommen laufend dazu. Felix Burger witzelt: «Arbeit für Firmen wie Werner Electro gibt es auch in Zukunft genug.»

Stefan Luggen meint abschliessend: «Die Chemieindustrie und Lonza entwickeln sich wahnsinnig. Wir sind in der Region tätig und können solche Gelegenheiten nicht einfach an uns vorbeiziehen lassen. Deshalb war es uns wichtig zu zeigen, dass wir solche Aufträge abwickeln können.»

Expertennetzwerk, das Massstäbe setzt

Mit über 40 Tochtergesellschaften bietet die BKW Building Solutions vielseitige Dienstleistungen in den Bereichen Gebäudetechnik, Gebäudeautomation sowie Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) aus einer Hand. www.gebaeudetechnikgruppe.ch

In Kooperation mit Blick.ch

In Kooperation mit Blick.ch

Beitrag aus blick.ch/green im Rahmen einer Zusammenarbeit der BKW mit Ringier / Article de blick.ch/green dans le cadre d’une collaboration de BKW avec Ringier.