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Firmen mit flexiblen Anlagen können sich in einem Regelpool zusammenschliessen und zusätzliche Einnahmen am Regelenergiemarkt generieren. Dafür stellen sie ihre technischen Anlagen zur Verfügung, damit Swissgrid die Stromschwankungen im Netz ausgleichen kann. Swissgrid betreibt und überwacht das gesamtschweizerische Übertragungsnetz.

Um ein stabiles Stromnetz und eine durchgängige Stromversorgung sicherzustellen, muss der Strom im Netz stets gleichmässig fliessen. Die schwierige Vorhersehbarkeit des Stromverbrauchs und immer mehr dezentral produzierter Strom aus erneuerbaren Energien machen dies zu einer Herausforderung. Aus diesem Grund betreibt Swissgrid den Regelenergiemarkt. Hier können Firmen der Swissgrid regelbare Leistung aus ihren Anlagen gegen Entgelt zur Verfügung stellen.

Gewährleistung der Netzstabilität bringt Unternehmen Erlöse

Swissgrid fragt bei einem Strommangel oder -überschuss im Netz, ob die Anlagen bereit sind, ihren Stromkonsum innerhalb der nächsten 15 Minuten hoch- oder herunterzufahren. Die Entscheidung trifft jedes Unternehmen individuell vorab anhand von Szenarien, wann was passieren darf. So behält es zu jeder Zeit die volle Kontrolle. Die Bedienung des Regelpools funktioniert automatisiert, weil viele Unternehmen keine durchgehend besetzte Leitstelle betreiben.

Ein Regelpool bringt sowohl für das Unternehmen wie auch für Swissgrid Vorteile: Das Unternehmen kann sich zusätzliche Erlöse erwirtschaften, behält dabei stets die volle Kontrolle über die betrieblichen Prozesse und hat keine Arbeit mit den anfallenden Handelsaktivitäten, Schaltungen und Abrechnungen. Ausserdem leistet es einen aktiven Beitrag zur Energiewende. Swissgrid nutzt im Gegenzug die Flexibilität des Regelpools zur Stabilisierung von Stromnetzschwankungen.

Mehrere Unternehmen pro Regelpool

Für die Teilnahme am Regelenergiemarkt müssen mindestens 5 Megawattstunden Leistung während 4 aufeinanderfolgenden Stunden angeboten werden können. Damit auch kleinere Anlagen ihre Leistung anbieten können, braucht es ein sogenanntes Pooling, ein Zusammenfügen von mehreren kleinen Anlagen in einen Regelpool. Der Energiedienstleister fasst die kleinen Anlagen in Regelpools zusammen, welche auf Abruf die benötigte Energie einspeisen oder abnehmen können.

Voraussetzung zur Teilnahme an einem Regelpool ist, dass die interessierten Unternehmen einen jährlichen Strombedarf von über 10 Gigawattstunden haben oder Anlagen mit einer Leistung von total mehr als 0.5 Megawatt besitzen. Geeignet sind Anlagen wie beispielsweise Pumpen, Kompressoren, Notstromaggregate, Antriebe, Kälte- oder Wärmeanlagen. Die Anlagen eines Regelpools müssen ihren Strom nicht bei ein und demselben Stromlieferanten beziehen, sondern können in der ganzen Schweiz verteilt sein.

Ein Regelpool verhilft Unternehmen mit vergleichsweise kleinen Anlagen zu grossem Erfolg in Sachen Nachhaltigkeit, Energiezukunft und finanziellem Erlös.

Sehen Sie hier, welche Erfahrungen Ciments Vigier AG auf dem Regelenergiemarkt macht.

Der Regelenergiemarkt trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes und einer optimalen Balance zwischen Stromverbrauch und -produktion bei
Franziska Megert

Franziska Megert

Als ehemalige SDL-Händlerin entwickelt sie bei der BKW Produkte im Bereich Demand Side Management und Lastverschiebung. Dazu gehören das Regelenergieprodukt BKW Power Flex, die Eigenverbrauchoptimierung BKW My Sun sowie die Laststeuerung Smart RSA.