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Ein Holzwärmeverbund versorgt mehrere Liegenschaften gleichzeitig mit Wärme für die Heizung und das Brauchwarmwasser. Dabei wird Holz als umweltfreundlicher Primärenergieträger eingesetzt.

Ein Wärmeverbund ist am einfachsten vergleichbar mit einer lokalen Zentralheizung für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus. Im Unterschied zu einem Wärmeverbund werden bei der lokalen Heizung verschiedene Heizkörper wie Radiatoren oder Warmwasser-Speicher mit Wärme versorgt, wogegen bei einem Wärmeverbund zahlreiche autonome Liegenschaften angeschlossen werden.

Variable Wärmequelle

Die Wärme für einen Wärmeverbund kann aus den unterschiedlichsten Wärmequellen stammen. Zum Einsatz kommen beispielsweise fossile Energieträger wie Erdgas oder Erdöl, aber auch Abwärme aus Kehrichtverbrennungs- oder Abwasserreinigungsanlagen sowie Holz und Erdwärme. Tendenziell werden in der Schweiz immer öfter erneuerbare beziehungsweise regenerative Energieträger wie Holz eingesetzt.

Der Holzwärmeverbund

Ein Holzwärmeverbund setzt sich aus einer Heizzentrale, einem Leitungsnetz und den angeschlossenen Liegenschaften zusammen. 

In der Heizzentrale werden Holzschnitzel zur Wärmeerzeugung genutzt und die Abgase mit einem hochwirksamen Filter gereinigt. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit wird in der Regel zusätzlich ein Öl- oder Gasheizkessel installiert, der so gross dimensioniert ist, dass der Holzwärmeverbund vollumfänglich fossil beheizt werden könnte. Eingesetzt  wird dieser Heizkessel aber nur, wenn die Holzheizkesselanlage an ihre Leistungsgrenzen stösst oder ausfällt.

Die in der Heizzentrale erzeugte Wärme wird mittels Fernwärmeverteilnetz zu den Wärmebezügern, also den Kunden, transportiert. Im Gebäude des jeweiligen Kunden wird sie über einen Wärmetauscher an die Hausanlage abgegeben. Die vom Kunden benötigte Energie für Heizung und Brauchwarmwasser kann so zu 100% vom Holzwärmeverbund abgedeckt werden.

Schematische Darstellung eines Holzwärmeverbundes
Thomas Eggimann

Thomas Eggimann

Account Manager Wärme Als ehemaliger Projektleiter Wärmeanlagen konzentriert er sich heute bei der BKW hauptsächlich um die Anliegen der Endkunden im Bereich Wärme. Er führt bei laufenden Fernwärmeprojekten die Kundenakquisition, ist zuständig für die Wärme-Verdichtung bei bestehenden Wärmeverbünden und akquiriert neue Wärmeprojekte.