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Rechenzentren basieren auf Sicherheit und Redundanz. Gibt es technische Probleme, steht oft ein ganzes Unternehmen still. Weil ein Stromausfall viel zu gefährlich für ein Daten- oder Rechenzentrum wäre, bedarf es sogenannter Notstromanlagen, über die jedes Rechenzentrum verfügt. Diese Anlagen werden künftig noch eine weitere wichtige Aufgabe übernehmen: Sie stabilisieren das Stromnetz mit Regelenergie. Denn für diesen Job sind sie ideal ausgerüstet.

Bereits seit Anfang Oktober dieses Jahres erbringt die Anlage von PostFinance Regelenergie im Regelpool der BKW und trägt somit zur Energiewende bei. Auch andere Unternehmen haben den Trend bemerkt. So ist auch ein Rechenzentrum der Berner Kantonalbank am Regelenergiemarkt angebunden. Als nächstes folgt der IT- und ICT-Spezialist T-Systems Schweiz AG. Ein Geschäft, das sich für alle lohnt.

Hochredundant

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude, in welchem IT-Infrastruktur einer oder mehrerer Unternehmen untergebracht ist. Die Schweiz ist für viele internationale Unternehmen attraktiv als Standort für Rechen- und Datenzentren, aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität im Land. Strenge Datenschutzgesetze und günstige Steuersätze tragen zur Attraktivität bei.

Moderne Rechenzentren stellen eine hochredundante Infrastruktur bereit. Klimatisierung, Alarmanlagen und unterbrechungsfreie Stromversorgung sind einige der Grundanforderungen für ein professionell geführtes Rechenzentrum. Gibt es technische Probleme, steht oft ein ganzes Unternehmen still. Weil ein Stromausfall viel zu gefährlich für ein Rechenzentrum ist, bedarf es Notstromanlagen. Diese Anlagen können während eines Netzausfalls den benötigten Strom liefern. Da aber solche Netzausfälle zum Glück nur sehr selten vorkommen, stehen diese Notstromanlagen meist still und werden nur für den empfohlenen monatlichen Test in Betrieb genommen.

Potenzial ausschöpfen – dank Regelenergie

Dank dem Regelpool der BKW kann nun das Potenzial solcher Notstromanlagen ausgeschöpft werden. Eine Vorreiterrolle nimmt hierbei das Rechenzentrum von PostFinance in Zofingen ein. PostFinance stellt seit einiger Zeit seine Notstromanlagen für die Stabilisierung des Stromnetzes zur Verfügung. Bei einem Kraftwerksausfall kann eine kurzfristige Stromlücke durch die Notstromanlagen ausgeglichen werden. Damit leistet PostFinance einen wertvollen Beitrag an die Stabilität des Gesamtnetzes.

Da die Sicherheit bei Rechenzentren an erster Stelle steht, darf dieser «Fremdeinsatz» der Notstromanlagen keinen Einfluss auf die Rechenzentrumstätigkeit haben. Die auf Datenzentren spezialisierte Firma DATASIGN und der Notstromanlagen-Lieferant Avesco haben ein Konzept erarbeitet, um die Sicherheit des Rechenzentrums zu garantieren. Vereinfacht gesagt, wird PostFinance jedes Mal informiert, wenn die Anlagen für die Ausregelung des Stromnetzes benutzt werden. Somit kann PostFinance alle nötigen Massnahmen treffen.

Für jeden Fall gerüstet

Im Falle, dass das Rechenzentrum die Notstromanlagen eigenbenutzt, und der Strom nicht mehr an die Swissgrid geliefert werden kann, springt die BKW ein und reserviert den geplanten Strom beim Kraftwerk Oberhasli. So sind alle Parteien abgesichert.

Franziska Megert

Franziska Megert

Als ehemalige SDL-Händlerin entwickelt sie bei der BKW Produkte im Bereich Demand Side Management und Lastverschiebung. Dazu gehören das Regelenergieprodukt BKW Power Flex, die Eigenverbrauchoptimierung BKW My Sun sowie die Laststeuerung Smart RSA.

  • Ivana Jazo