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Auf einem Industrieareal bei Pratteln (BL) entsteht derzeit die erste Unterstation, die die BKW als Totalunternehmerin baut. Auftraggeberin ist die EBL.

Eigentlich sollte es der heisseste Tag der Woche werden; für Pratteln hatten die Meteorologen 37 Grad vorhergesagt. Davon war an diesem 7. August um 7:30 Uhr glücklicherweise noch nichts zu spüren. Ausserdem hatten die BKW Planer das Gebäude der Unterstation Raurica so geschickt konstruiert, dass die Morgensonne den Arbeitsort in einen erfrischenden Schatten tauchte.

Der Projektleiter des BKW Bauprojekts, Enrico Harlander, schaute gespannt in Richtung Zufahrt zur Baustelle. Zwei 25-MVA-Trafos sollten an diesem Tag in der Unterstation Raurica angeliefert werden. Sie werden dereinst die benachbarte Coop-Schoggifabrik mit Energie beliefern. Zum ersten Mal baut die BKW als Totalunternehmerin im Auftrag der EBL eine Unterstation: Ein spannendes Projekt und ein grosser Tag für Enrico Harlander.

Preis, Technik und Architektur überzeugten


Wie es zu diesem Auftrag kam, weiss Leo Voser, Projektleiter seitens EBL: „Von den fünf Anbietern wurde die Offerte der BKW in der strengen Evaluierung nach dem öffentlichen Beschaffungsrecht mit der höchsten Punktezahl bewertet. Neben dem Preis haben uns die angebotene Technik inklusive die funktionale Architektur des Gebäudes und die gute Erfüllung der Kriterien zur Projektabwicklung überzeugt.“

Die Schwerlasttransporter der Firma Welti Furrer mit den Trafos tauchten eine Stunde vor der geplanten Zeit auf. Auch der Autokran hatte sich schon längst in Position gebracht und seine vier Stützen ausgefahren, die auf vier massiven Stahlplatten ruhten. Sowohl der Kran als auch sein Fahrer vermittelten den Eindruck, nichts könne sie aus der Ruhe bringen.

Millimetergenau auf Schienen


Konnte auch nichts, schon gar nicht ein 55-Tonnen-Trafo. In der letzten Woche, erzählte ein Mitarbeiter, hätten sie es mit einem 190-Tonnen-Teil zu tun gehabt und das auch noch in bergigem Gelände. Kein Wunder, waren alle ziemlich entspannt, als der erste Trafo in den blauen Himmel schwebte, während der Verkehr auf der angrenzenden Autobahn unbeeindruckt weiterlief, nach Norden fuhren die einen, nach Süden die anderen.

Millimetergenau wurde der Trafo auf den Schienen abgesetzt, auf denen er später an ihren definitiven Standort gezogen werden sollte. Ihm folgte der Expansionsbehälter nach, den der Kranführer auf dem Trafo auf vier vorbereiteten Schraubenlöchern absetzte. Noch ein paar Kisten Montagematerial für die Trafos vom Lastwagen abgeladen und schon verschwand der Wagen in einer Staubwolke von der Baustelle.

In der Zwischenzeit waren die Montagefachleute von Arnold AG auf der Suche nach ein paar fehlenden Zentimetern der Trafobefestigung und diskutierten verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Sie fanden die fehlenden Zentimeter und mit einer Stahlseilwinde zogen sie die Trafos in Position. Jetzt war auch die Sonne neugierig geworden und schaute intensiver auf den Arbeitsplatz. Man begann zu ahnen, dass die Meteorologen Recht behalten könnten.

Ein Blick in den Kabelkeller


Projektleiter Enrico Harlander gewährte noch ein kurzer Blick in den Kabelkeller, der schon sehr aufgeräumt, und in den Schaltraum, der noch nicht aufgeräumt war. Immerhin: Die 13.6- und 50-kV-Schaltanlagen standen in Reih und Glied, umgeben von Kisten mit Installationsmaterial. «Im Oktober wird das schon ganz anders aussehen», erklärt Harlander, «und dann ist es zum Glück auch nicht mehr so heiss.»

Zufrieden schaut der Projektleiter auf die beiden Trafos, die jetzt an ihrem Platz in der Unterstation stehen. Mit ihrer Installation ist das Herzstück der Unterstation Raurica erstellt. Die Unterstation wird Ende 2015 für die EBL in Betrieb gehen.

Christine Klinger

Christine Klinger

Projektleiterin Kommunikation bei der BKW