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In kleinen Schritten zur Nachhaltigkeit: Man muss nicht immer darauf warten, dass die grossen Unternehmen den Weg ebnen. Auch als kleines oder mittelgrosses Unternehmen kann man seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Welt leisten. Das beweist unser Tochterunternehmen, die IFB Eigenschenk GmbH.

Mit rund einhundert Mitarbeitenden ist die deutsche IFB Eigenschenk Gruppe, seit Oktober 2016 eine Tochtergesellschaft der BKW, eine klassische KMU. Tätig im Engineering, hat sich das bayerische Ingenieurbüro auf die Fahne geschrieben, Nachhaltigkeit in die Unternehmenskultur zu integrieren. Im Rahmen des Projekts «ifb goes green» hat sie viele spannende Aktionen ins Leben gerufen: Im Sinne der umweltfreundlichen Mobilität wurden Dienstfahrräder angeschafft, eine Mobilitätstombola ins Leben gerufen und für jeden Kilometer per Rad bekommen die Mitarbeitenden 30 Cent auf einem allgemeinen Mitarbeitendenkonto gutgeschrieben. Der Bereich Ernährung und Gesundheitsförderung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts. Über Sport- und Gesundheitstage, Veggie-Mittagessen sowie die wöchentliche Früchte- und Gemüsekiste fürs Büro soll ein gesunder Lebensstil gefördert werden. Die IFB Eigenschenk GmbH liefert ihren Mitarbeitenden aber auch Denkanstösse zum Strom- und Wassersparen und motiviert zum sparsamen Umgang mit Papier und einem effizienten Abfallmanagement. Und damit auch das Miteinander nicht zu kurz kommt und für ein gutes Arbeitsklima gesorgt ist, gibt es Betriebsausflüge, Feste und andere gemeinsame Unternehmungen.

Auch mit ihrem Firmengebäude setzt die IFB Eigenschenk GmbH ein Zeichen. Der Ende September fertiggestellte Neubau überzeugt durch seine energetisch sinnvolle und nachhaltige Bauweise. Die Erdwärmepumpe heizt und kühlt das Gebäude. Das Dach und die Front ziert eine PV-Anlage. Und in der Tiefgarage ist die E-Tankstelle platziert, denn – selbstsprechend – zur Firmenflotte gehören auch E-Bikes und E-Autos.

 

Einige Diensträder der Fahrradflotte am Standort Deggendorf
Mit kleinen visuellen Hinweisen kann man die Mitarbeitenden an den sparsamen Umgang mit Ressourcen erinnern – beispielsweise an den Verbrauch von Wasser auf den Toiletten.
Viele Kurzstrecken können mit Rädern zurückgelegt werden.

Dr. Barbara Eigenschenk, Nachhaltigkeitsmanagerin der IFB, erläutert, wie es dazu kam und was für die Zukunft noch geplant ist:

Barbara Eigenschenk, Sie haben das Projekt ifb goes green 2012 ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Um ehrlich zu sein war das eine ziemlich spontane Idee, nach ein paar Gläsern Wein am Weihnachtsabend. Wir haben im Familienkreis über gesellschaftliche Entwicklungen und die Verantwortung von Unternehmen diskutiert. Und ich habe mir daraufhin den Kopf zerbrochen, wie man das Thema Nachhaltigkeit am besten in den Alltag einer Firma hineinbringt. Wie sorgt man dafür, dass man sich im täglichen Arbeitsstress auch regelmässig Zeit dafür nimmt und Mitarbeitende zum Mitmachen motiviert? Wir haben es uns dann im ersten Jahr zum Ziel gesetzt, für ein Jahr eine Massnahme pro Woche umzusetzen. Damit wollten wir uns zwingen, an dem Thema konstant dran zu bleiben. Der Kalender zu «1 Jahr – 52 Ideen» wurde online veröffentlicht und die Mitarbeitenden wurden in einem internen Newsletter zu den wöchentlichen Aktionen und über Hintergrundwissen informiert.

Wie kommt das Projekt bei Ihren Mitarbeitenden an? Welche Erfahrungen machten Sie bisher?

Mittlerweile ist das Nachhaltigkeitsprojekt ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und das verdanken wir auch der aktiven Mithilfe unserer Mitarbeitenden. Sie haben erkannt, dass es die Firma in positiver Weise verändert hat und für sie selbst viele Möglichkeiten bietet. Meine Schwester Johanna Eigenschenk hat in ihrer Masterthesis die interne Wirkung von Nachhaltigkeitskonzepten bei KMUs untersucht. Die IFB war Teil der Befragung. Dabei wurde deutlich, dass dem Thema hohe Bedeutung beigemessen wird und die Mitarbeitenden auch Firmen in der Pflicht sehen. Was uns besonders gefreut hat war, dass unsere Mitarbeitenden die Ideen auch mit nach Hause nehmen und darüber mit Freunden oder Kunden kommunizieren. Viele gaben an, auch im privaten Bereich viele Veränderungen vorgenommen zu haben. Nachhaltigeres Kaufverhalten, mehr Fahrrad zu fahren oder der Umstieg auf Ökostrom wären einige Beispiele.

Gab es auch kritische Stimmen?

Anfangs durchaus. Der Begriff Nachhaltigkeit wird heute inflationär verwendet. Mal abgesehen davon, dass wenige wirklich wissen was er bedeutet, wird er vielfach mit Zwängen und Einschränkungen in Verbindung gebracht. Wir haben deshalb versucht, unsere Aktionen so anzulegen, dass positive Anreize gesetzt werden und die Leute Spass am Mitmachen haben. Mittlerweile sind die Kritiker ruhig geworden.

Was war Ihr persönliches Highlight 2016?

Oh da gäbe es gleich mehrere zu berichten. Ein Highlight war sicherlich die Einweihung unseres neuen Firmengebäudes bzw. unserer neuen grossen Dachterrasse. Ein zweites war die Auszeichnung unseres Projekts mit dem  Umweltpreis der Stadt Deggendorf. Es war sehr motivierend zu sehen, dass die Vorstellung unseres Projektes bei der Preisverleihung mit grossem Interesse aufgenommen wurde.

Das Nachhaltigkeits-Team samt Geschäftsführung bei der Verleihung des Umweltpreises der Stadt Deggendorf am 8. Nov. 2016. Barbara Eigenschenk ist die 5te von links, daneben ihre Schwester Johanna, 4te von links.

Und was sind die nächsten Schritte?

Wir möchten gerne die Geldprämie des Umweltpreises nutzen, um ein lokales Projekt umzusetzen und als Firma auch in der Region positive Anstösse zu bewirken. Anfang des Jahres werden wir mit allen Mitarbeitenden wieder eine Diskussion im Plenum abhalten und bestimmen, welche Ideen im kommenden Jahr umgesetzt werden sollen. Das Schwierigste an der Sache ist jedoch nicht, sich immer neue Ideen einfallen zu lassen, sondern konsequent am Ball zu bleiben und einmal eingeführte Massnahmen dauerhaft zu pflegen und am Laufen zu halten.

 

Zur IFB Eigenschenk:

Die IFB Eigenschenk Gruppe besteht aus der IFB Eigenschenk GmbH im bayerischen Deggendorf und der IFB Eigenschenk und Partner GmbH in Dresden. Die Gruppe ist seit über 25 Jahren erfolgreich in den Bereichen Geo- und Umwelttechnik tätig. Im Laufe der Jahre wurde das Firmenportfolio regelmässig um neue Fachbereiche erweitert. Heute stehen vielschichtige Kompetenzen aus den Bereichen Geotechnik, Planung, Beweissicherung, Immissionen, Umwelt, Wasser Energie und historische Bauten im Dienste der Kunden. An ihren beiden Standorten beschäftigt die IFB Eigenschenk Gruppe ca. 100 Mitarbeitende. Seit Oktober 2016 gehört die IFB Eigenschenk Gruppe zur BKW.

Weitere Informationen zu den vielfältigen durchgeführten Aktivitäten finden Sie unter http://ifb-goes-green.de/

Kontakt zu den Verantwortlichen des Projektes: Barbara und Johanna Eigenschenk nachhaltigkeit@eigenschenk.de

Katja Bauder

Katja Bauder

Projektleiterin Publikationen bei BKW

  • Sonja