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Seit dem 7. April 2016 fordert REMIT die Meldepflicht für Transaktionen, welche ausserhalb der Märkte bilateral und direkt getätigt werden. Die BKW bietet ihren Kunden nun die Delegation der Meldung von Nicht-Standardgeschäften an – und das mit Erfolg.

Im November 2015 haben wir bereits über erste Erfahrungen mit den Standardgeschäften berichtet. Damals war bereits bekannt, dass REMIT ab dem 7. April 2016 die Meldepflicht für weitere Transaktionsdaten fordern würde. REMIT betitelt diese Transaktionen als Nicht-Standardgeschäfte. Bei der BKW lassen sich diese wie folgt kategorisieren:

  1. «Fast-Standardgeschäfte»: Als solche gelten alle Energiegeschäfte, bei denen Preise und Mengen beim Vertragsabschluss bekannt sind und welche direkt zwischen den Geschäftspartnern abgeschlossen werden. Typischerweise sind das Profilgeschäfte, wo über einen gewissen Zeitraum Energie geliefert oder bezogen wird und die Mengen wie auch deren Preise sich je Stunde unterscheiden.
  2. «Echte Nicht-Standardgeschäfte»: Diese zeichnen sich dadurch aus, dass Mengen, Preise oder beide zusammen nicht im Voraus bekannt sind. Darunter fallen zum Beispiel Direktvermarktungsverträge mit Windparkbetreibern, langfristige Bezugsverträge oder Verträge mit Wiederverkäufern. Letztere sind Energieversoger, welche für ihre Endkunden die Energie bei der BKW beschaffen.

Die Meldung von Fast-Standardgeschäften (a) erfordert keine spezifischen Lösungen und kann mit den vorhandenen Systemen und Prozessen erfolgen. Die Meldung von echten Nicht-Standardgeschäften (b) hat uns aber vor grosse Herausforderungen gestellt: Einerseits, weil mehrere Meldungen nötig sind und andererseits, weil Kunden eine Meldung durch die BKW wünschen. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen und bieten unseren Kunden diesen Dienst an.

Zusätzliche Lösungen zur Meldung von echten Nicht-Standardgeschäften

Der Regulator erwartet, dass 30 Tage nach Vertragsabschluss vorerst eine initiale Meldung erfolgt. Diese Vertragshülle umfasst Angaben zu den Geschäftspartnern und der Art des Geschäfts, ohne aber Preise und Mengen zu nennen. Sobald die Energie dann effektiv geliefert oder bezogen ist, müssen die realisierten Werte nachgeliefert werden.

Nicht-Standardgeschäfte mit Vertragshülle und Realisierungen

Wir haben dazu die Systemlösung so erweitert, dass wir die monatlichen Realisierungen mit einem eindeutigen Schlüssel der initialen Meldung zuordnen können. Wir erfüllen damit eine Vorgabe vom Regulator und verringern gleichzeitig den operativen Aufwand: Bei den Realisierungen sind viele Datenfelder zu erfassen, welche eigentlich schon in der Vertragshülle gemeldet wurden. Durch die erwähnte Zuordnung sucht sich das System diese automatisch zusammen, ergänzt die Daten und führt die Meldung aus.

Delegierte Meldung

Für unsere Kunden sind diese Meldepflichten eine grosse Bürde. Ein Windparkbetreiber verfügt beispielsweise über einen einzigen Vertrag mit der BKW zur Direktvermarktung seiner produzierten Windenergie.

Delegierte Meldung

Der Aufwand zur selbstständigen Meldung bei einem einzelnen Vertrag ist unverhältnismässig. Falls der Kunde wünscht, kann er die Meldung an die BKW delegieren. Damit wir dies effizient durchführen können, erlaubt das System eine Spiegelung von Geschäften. In dem Moment, wo die BKW den Vertrag mit dem Kunden meldet, überprüft das System, ob der Kunde an die BKW delegiert. Wenn ja, erzeugt das System auch eine Meldung aus Sicht des Kunden. Bei den echten Nicht-Standardgeschäften erfolgt das sowohl für die Vertragshülle wie auch die nachfolgenden Realisierungen. Wir sind überzeugt, dass wir damit für unsere Kunden und uns selber über eine effiziente Lösung zur Delegation der Meldung von Nicht-Standardgeschäften verfügen.

Manuel Bertschy

Manuel Bertschy

Leiter Finanzen & Risikomanagement Nebst der Führung seiner Bereiche verantwortet er die Umsetzung der Meldung der Transaktionsdaten aus EMIR, REMIT und FinfraG.