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Lüftungen in Grossküchen verbrauchen enorm viel Energie. Bei Hotels machen sie im Durchschnitt einen Viertel der Stromkosten aus. Entsprechend gross ist das Einsparpotential, denn Küchenlüftungen werden normalerweise entweder manuell oder mit einer Zeitschaltuhr geregelt. Es kann also sein, dass die Lüftung auf höchster Stufe läuft, ohne dass gerade intensiv gekocht wird. Hier setzt das neue Förderprogramm „Küchenlüftungen“ der hotelleriesuisse an. Gemeinsam mit der BKW, Groupe E und der auf Haustechnik spezialisierten Alteno AG werden Küchen fit für die Zukunft gemacht.

Intelligente Lüftungen helfen

„Das Potential in Hotellerieküchen ist gross. Denn schon wenn ich die Drehzahl eines Küchenventilators um die Hälfte reduzieren kann, spare ich physikalisch bedingt 80 Prozent des elektrischen Stroms ein“, rechnet Mark Iten, Leiter Energieberatung der BKW, vor. Mit seinem Team hilft er im Förderprogramm mit, Hotelbetriebe im Bereich der Energieeffizienz professionell zu beraten. „Wir nehmen uns Zeit für den Kunden, analysieren den Betrieb vor Ort und schlagen ihm Umsetzungsmassnahmen vor“, erklärt Iten. Bei den Küchenlüftungen können Sensoren helfen, die Stärke des Luftwechsels nach Bedarf automatisch und energieeffizient zu steuern und so den Verbrauch dynamisch zu regeln: Sie laufen nur dann auf höchster Stufe, wenn sie intensiv gebraucht werden.

Bei geringer Rauchentwicklung schalten sie automatisch runter. Somit können Hoteliers ihre Grossküchen energieeffizient lüften und ihren Stromverbrauch um mindestens 50 Prozent senken. Auf nationaler Ebene geht man davon aus, dass sich mit dem Programm rund 35 GWh Energie einsparen lassen, was knapp 4’700 Haushalten à vier Personen entspricht.

BKW berät bei Energieeffizienz

Iten und sein Team bei der BKW beraten aber nicht nur Hotels: Zu ihren Kunden gehören Alters- und Pflegeheime genauso wie Bäckereien oder KMU- und Industriekunden. Um die Kunden optimal zu beraten, werden zuerst die Gegebenheiten vor Ort analysiert und anhand der Daten das jeweilige Einsparpotenzial berechnet. „Bei einem grossen Betrieb kann dies schon mal ein Viertel des gesamten Stroms- und fünfzig Prozent der Wärmekosten betreffen“, so Iten. Energiekosten machen in einem Unternehmen einen beachtlichen Teil des Betriebsaufwandes aus. Mit einer Energieberatung können diese Kosten dank organisatorischen, technischen und baulichen Massnahmen bedeutend gesenkt werden.

Das Förderprogramm „Küchenlüftung“ ist ein Teil des Programms „ProKilowatt“ unter der Leitung des Bundesamtes für Energie. Die hotelleriesuisse hilft den Hoteliers gemeinsam mit den Partnern BKW, Groupe E und Alteno AG bei der Nachrüstung zur intelligenten Küchenlüftung. Das Programm startet neu im 2015 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

„Bei einem grossen Betrieb können schon mal ein Viertel der Stromkosten gespart werden.“

Mark Iten
Leiter Energieberatung der BKW

Susanne Hess

Susanne Hess

Projektleiterin Kommunikation

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