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Zwischen Banken und Rotlichtviertel gibts in Zürich ein neues In-Hotel: das 25hours Langstrasse. Bikes zum Mieten und ein Artists-in-Residence gehören ebenso dazu wie Energie sparen!

Das zweite Zürcher Hotel der 25hoursGruppe liegt an der Europaallee und verbindet das neue Quartier mit der Langstrasse. 170 Zimmer, das Restaurant Neni, eine Sauna mit direkter Sicht auf die einfahrenden Züge des HB-Zürichs und viel Umweltbewusstsein zeichnen das «25hours Langstrasse» aus. Fabio Cella, Ingenieur und Verwaltungsratspräsident der ahochn, die für die Gebäudetechnik zeichnet, gibt Einblick in den technischen Teil der Areal-Überbauung.

Das Spezielle an diesem Projekt?


Wir haben die Planungsaufgaben übernommen, als draussen schon die Bagger herumgefahren sind. Das ist unüblich. Und die Bauherrschaft stellte mit den Labels Minergie-P, Minergie-Eco und DGNB Gold sehr hohe Anforderungen an die Nachhaltigkeit. 

Was bedeutet das Label-Kauderwelsch?


Die Energieversorgung muss hocheffzient sein und hohen ökologischen Ansprüchen genügen. Ganz Allgemein ist die Nachhaltigkeit des Gebäudes nachzuweisen, und die hohen Anforderungen bezüglich Komfort und Qualität müssen gewährleistet werden. 

Also bessere Nutzung der Energie?


Ja. Im Hotel 25hours nutzen wir beispielsweise konsequent die Abwärme. Wenn Hotelgäste duschen, fliesst das warme Wasser nicht warm in die Kanalisation. Die Wärme wird zurückgewonnen, das ist energetisch sinnvoll, und unser Kanalisationssystem hat erst noch seine Freude. Auch bei den Kühlprozessen entsteht Abwärme, die wir nutzen.

Die BKW kauft Ingenieur- und Gebäudetechnikfrmen zusammen. Was steckt hinter dieser Strategie?


Alle Firmen – auch die ahochn – treten am freien Markt eigenständig auf. Gleichzeitig treibt die BKW die gemeinsame Entwicklung von übergeordneten Themen wie beispielsweise die Digitalisierung voran. Jede Firma hat Spezialisten, am einen Ort ist es ein Experte für thermische Simulationen, am anderen ein Brandschutzprof. Insgesamt 200 Ingenieure sorgen für Power und Kompetenz.

Was ist Ihr grosser Vorteil?


Der Kunde kann alles aus einer Hand haben. Wir sind Planer und machen das Engineering der Gebäudetechnik von der Entwicklung neuer Ideen bis zum Betrieb mit eigenen Leuten. Und zwar mit den jeweils am besten für die Aufgaben geeigneten Spezialisten.

Kritiker monieren, dass Ingenieurbüros mit dem BKW-Modell ihre Unabhängigkeit verlieren.


Als Ingenieur bin ich mit Haut und Haaren für die Kunden da, und ich bin hundertprozentig unabhängig. Doch sind wir in einem Bereich tätig, der sich extrem wandelt: globale Erwärmung, Energiewandel, aber auch die Digitalisierung, die ganze Bauprozesse verändert. Mit der BKW kommt ein Akteur ins Spiel, der mit viel Engagement diese Entwicklung vorantreibt. Das ist gut für die Branche! In der Softwareindustrie denkt und arbeitet man in Netzwerken, das ist auch für uns der Weg!


Dieser Artikel ist im SI Grün erschienen, einem Magazin der Schweizer Illustrierten.