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Für den effizienten Unterhalt und den sicheren Betrieb der Stromnetze sind Synergien gefragt. So auch bei den 132kV-Leitungen Utzenstorf-Birchi, Bickigen-Birchi und Birchi-Wangen. Dort verstärkt die BKW im Rahmen des Solothurner Revitalisierungs- und Hochwasserschutzprojekts Emme nicht nur die Fundamente der Masten sondern tauscht auch gleich einige Ketten aus.

Die Emme braucht mehr Platz, das zeigten die Hochwasser von 2005 und 2007 zwischen dem Wehr Biberist und der Aare in Luterbach/Zuchwil deutlich. Ausserdem weist dieser Teilabschnitt der Emme ökologische Defizite auf. Mit einem umfassenden Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt hat der Kanton Solothurn 2010 damit begonnen, den Hochwasserschutz zu verbessern und die Gewässerlandschaft für Natur und Mensch aufzuwerten. Da unter anderem das Flussbett der Emme von 25 auf mindestens 40 Meter verbreitert wird, müssen Rodungsarbeiten und Altlastensanierungen ausgeführt sowie Werkleitungen verlegt werden. Am gesamten Projekt sind nebst mehreren kantonalen Ämtern, zahlreiche Partner involviert. In diesem Monat beginnt die zweite Phase des 95 Mio Franken schweren Projekts, an dem auch die BKW beteiligt ist.

Strommasten stehen künftig im Flussbett

Die 132kV-Leitungen Utzenstorf-Birchi, Bickigen-Birchi und Birchi-Wangen der BKW führen zwischen Utzenstorf und Wangen über mehrere Teilstücke der Emme entlang. 17 Strommasten dieser Leitungen werden künftig  im erweiterten Flussbett der Emme stehen. Damit der Fluss diese nicht unterspült und dadurch deren Standfestigkeit gefährdet, ist es nötig, die Mastfundamente zu verstärken. In der ersten Projektphase 2013 hat die BKW bereits auf einem Teilabschnitt von rund 2 Kilometern die Fundamente von 10 Strommasten verstärkt. In der zweiten Phase werden zwischen dem Wehr Biberist und der Mündung in die Aare nochmals 7 Mastfundamente verstärkt. Die BKW investiert 2,7 Mio. Franken in das gesamte Projekt.

BKW nutzt Synergien

Die BKW hat den Auftrag, das Netz effizient und sicher zu betreiben. Das bedeutet, dass Synergien genutzt und Stromunterbrüche wenn immer möglich vermieden werden. Muss ein Teilstück einer Leitung also für bauliche Massnahmen ausgeschaltet werden, ist es daher sinnvoll, die Masten gleich umfassend zu sanieren. Denn Ausschaltungen müssen von langer Hand geplant werden. «Es dauerte fast ein Jahr, bis ich die Bewilligung für die Ausschaltung erhielt», erklärt Projektleiter Stefan Blank. In diesem Fall war eine Ausschaltung nur dann möglich, wenn die Firma Carbagas, eine wichtige Stromabnehmerin der BKW, ihre Revision durchführte, also alle zwei Jahre.

Neue Doppelketten mit Kunststoffisolatoren

Aus diesem Grund lohnt es sich, die vorhandenen Einfachketten an den Strommasten zu modernisieren. Das sind jene Teile, die an den Mastauslegern hängen oder abgespannt sind. Sie dienen der Befestigung der Leiterseile  an den Masten und der Isolation. «Ohne  die Ketten mit den Isolatoren würde der Mast unter Strom stehen», erklärt Erwin Kurzo, Projektleiter für den Kettentausch. Die neuen Doppelketten, die an  den Masten montiert werden, sind sicherer, da sie – wie ihr Name schon sagt – in doppelter Ausführung montiert werden. Ausserdem sind die Isolatoren an den neuen Ketten aus Kunststoff und mit 5,2 Kilogramm Gewicht bedeutend leichter und weniger anfällig für Schäden als die 42 Kilogramm schweren Porzellanketten, die bisher im Einsatz waren.

Wie gross und schwer das Material ist, das die Strommasten tragen, konnten die Besucher des Informationstags zum Revitalisierungs- und Hochwasserschutzprojekt am Samstag, 9. April in Biberist erleben. Am Informationsstand der BKW hatten sie die Gelegenheit Seilstücke und Isolatoren nicht nur aus nächster Nähe zu betrachten sondern auch in die Hand zu nehmen.

Christine Klinger

Christine Klinger

Projektleiterin Kommunikation bei der BKW