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Die Digitalisierung verändert unser Leben, so auch die Art und Weise, wie wir zukünftig bauen und wohnen. Das intelligente Gebäude, welches selber Strom produziert, diesen speichert und erst dann verbraucht, wenn er benötigt wird, ist heute schon Realität. Doch das soll noch lange nicht alles sein. In einem Bieler Labor – dem ProsumerLab – forschen die BKW, die Berner Fachhochschule (BFH) und das CSEM (Neuenburger Centre Suisse d’Electronique et Microtechnique) an der Weiterentwicklung der Gebäudetechnik.

Martin Kauert, Prof. Andrea Vezzini und Daniel Brand forschen im ProsumerLab am Gebäude der Zukunft. Quelle: Thomas Baumann

Mit dem Produkt «Home Energy» hat die BKW im letzten November als erstes Schweizer Unternehmen eine intelligente Gesamtlösung für die Steuerung des Eigenverbrauchs lanciert. Damit kann der Eigenheimbesitzer seinen Solarstrom selber produzieren, speichern und steuern. Das Gebäude der Zukunft konsumiert also immer häufiger nicht nur Energie, sondern produziert diese auch selber – es wird zum sogenannten Prosumer. Noch besteht aber Forschungsbedarf. Konkret geht es um folgende Fragen: Wie können Energieflüsse im Gebäude intelligent gesteuert werden? Wie kann selber produzierte elektrische Energie noch effizienter gespeichert werden? Und was bringen diese Speicher für die Stabilität der Netze? Genau das sind die Themen des ProsumerLabs, eines Labors im Bieler Innocampus, an dem die BKW, die BFH und das CSEM gemeinsam am intelligenten Gebäude der Zukunft forschen.

Reale Komponenten, simuliertes Umfeld

Im ProsumerLab werden reale Komponenten in einem nachgebildeten Umfeld getestet. Die Rechner simulieren die Rahmenbedingungen, die Komponenten wie z.B. die Batterie sind aber real vor Ort eingebaut. «Solche Labortests sind oft effektiver als Pilotversuche. Wenn wir einen extremen Sommer brauchen, simulieren wir ihn», konkretisiert Dr. Martin Kauert, Leiter Technology Scouting bei der BKW, die Labortests. So kann im ProsumerLab auf einem Rechner beispielsweise die Produktion einer Fotovoltaikanlage in einem Einfamilienhaus bei unterschiedlichen Wetterbedingungen simuliert werden. Dies wiederum lässt Rückschlüsse auf die Auswirkungen der schwankenden Produktion auf den Betrieb von Batteriespeichern oder die Stabilität des Verteilnetzes zu. Das ist wichtig, ist doch das übergeordnete Ziel der Forschungsarbeiten eine bessere Integration dezentral produzierter Energie bei gleichzeitiger Stabilität des Netzes.

Zusammenspiel als Herausforderung

Das geschickte Zusammenspiel zwischen dem intelligenten Gebäude und dem Verteilnetz gehört zu den grossen Herausforderungen der künftigen Energielandschaft. Dazu kommt aber, dass auch die Komponenten innerhalb des Gebäudes, besonders die elektrischen Speicher, miteinander harmonieren müssen. Die BKW beteiligt sich aktiv an der Lösungsfindung, auch um ihre Produkte wie Home Energy laufend weiterzuentwickeln und fit für die Energiezukunft zu machen. In der Erforschung der Energiezukunft involviert ist ebenfalls das Technology Center der BKW: «Die BKW wandelt sich von der klassischen Stromproduzentin zur umfassenden Energie- und Infrastrukturdienstleisterin. Um das dazu nötige Know-how aufzubauen, sind solche Partnerschaften wie beim ProsumerLab ideal», sagt Daniel Brand, Leiter des BKW Technology Center.

PROSUMERLAB IM INNOCAMPUS

Am BFH-CSEM Energy Storage Research Center, abgekürzt ESReC, forscht die BKW gemeinsam mit der Berner Fachhochschule (BFH) und dem CSEM (Neuenburger Centre Suisse d’Electronique et Microtechnique) an den Energielösungen von morgen. Das vor Ort eingerichtete Labor ProsumerLab erforscht die Energieflüsse im Zusammenhang mit dem Gebäude der Zukunft. Die Innocampus AG bietet dabei die Plattform für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. Sie stellt Innovationsteams, Start-ups sowie Forschungs- und Entwicklungsabteilungen Raum, Technologie und Services zur Verfügung. Die BKW ist mit 23 Prozent an der Innocampus AG beteiligt.

www.switzerland-innovation.com/biel-bienne

BKW HOME ENERGY

Mit der modularen Gesamtlösung Home Energy begleitet die BKW ihre Kundinnen und Kunden auf dem Weg zum energietechnischen Selbstversorger. Home Energy ermöglicht Eigenheimbesitzern, den selbst produzierten Solarstrom zu speichern, zu steuern und effizient zu nutzen. Dadurch erhöhen die Eigenheimbesitzer den Eigenverbrauch, entlasten das Stromnetz und tragen gleichzeitig zur Energiewende bei.

www.bkw.ch/home-energy

Susanne Hess

Susanne Hess

Projektleiterin Kommunikation