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Angefangen hat alles mit der Wärmepumpe. Denn die alte Ölheizung musste raus. «Danach ging es ziemlich schnell», erinnert sich Daniel Oetterli. Heute hat der Informatiker alles, was er braucht, um seine eigene Energie aus Solarkraft zu erzeugen, diese zu speichern und dann einzusetzen, wenn er sie in seinem Haus braucht. Im Gespräch erzählt er, warum er sich für Home Energy entschieden hat, wie die neue Gebäudetechniklösung sein tägliches Verhalten beeinflusst und welche Projekte er als nächstes für sein Eigenheim plant.

Gespannt sitzt Daniel Oetterli vor dem Bildschirm seines Computers. Ein Dashboard mit Grafiken zeigt ihm in Echtzeit, die Energieflüsse in seinem Haus. Mit der intelligenten Steuerung von SolarlogTM kann er alles verfolgen, von der Stromproduktion seiner Photovoltaikanlage über seinen eigenen Energieverbrauch bis hin zur Einspeisung ins Netz. Diese Zahlen faszinieren Daniel Oetterli. Vor nicht ganz einem Jahr hat er Home Energy, die modulare Gebäudetechniklösung von der BKW in seinem Haus installieren lassen. Am Anfang sass er noch oft vor den Zahlen und hat sie studiert. Mittlerweile schaut er seltener rein. «Ich weiss ja, dass es läuft», versichert er.

«Das tägliche Verhalten ändert sich.»

Die Geschirrspülmaschine lassen Daniel Oetterli und seine Lebenspartnerin mittlerweile während dem Tag laufen, statt wie früher abends. Das war eine der ersten kleinen Umstellungen, die die neue Anlage mit sich brachte. Und wenn die beiden zum Beispiel wissen, dass es bewölkt ist und die Maschine eh noch nicht ganz voll ist, dann warten sie lieber bis zum nächsten Tag und stellen sie dann an, wenn dann wieder die Sonne scheint. «Wir lassen uns aber nicht einschränken in unserem Verhalten. Alles in einem sinnvollen Mass. Wenn wir waschen müssen und es regnet, dann waschen wir trotzdem. Man muss das Ganze nicht ins Dogmatische treiben», so Daniel Oetterlis Devise.

«Die Vorteile sieht und fühlt man.»

Dort, wo früher der Öltank stand, befinden sich jetzt unzählige Kabel, eine eindrückliche Sammlung an Werkzeug und in die Jahre gekommene Elektrogeräte. «Mit dem Austausch der Ölheizung durch eine Wärmepumpe war im Keller plötzlich viel mehr Platz als vorher.» Ein schöner Nebeneffekt für Daniel Oetterli. Diesen neu gewonnenen Raum im Keller nutzt er jetzt für sein Hobby. Denn der gelernte Elektroniker ist ein begeisterter Technikfan und Bastler. Momentan arbeitet er an einem Homematic-Projekt. Er will seine Sonnenstoren automatisieren.

«Wo Sonne ist, da ist auch Wärme.»

Das Haus in Worblaufen hat Daniel Oetterli 2010 gekauft. Seither hat er neben der Installation der neuen Home Energy Anlage auch bereits eine Wohnraumerweiterung gemacht. Dank raumhohen Glaswänden an zwei Hausseiten kommt nun viel Licht ins Haus, aber auch reichlich Wärme. Das Gute daran ist, dass man an sonnigen Wintertagen im Haus schön warm hat, ohne die Heizung zu beanspruchen. «Doch im Sommer kann es bis zu 30 Grad werden», fügt Daniel Oetterli hinzu. Deshalb beschäftigt er sich aktuell mit der Automatisierung der Sonnenstoren. Der Hobbybastler hat hier aber nicht vor einen Profi zu beauftragen. Das kann er genauso gut selbst, ist er überzeugt: «Die Komponenten kaufe ich ein, doch das Konfigurieren und Einbauen übernehme ich selbst.» Die Sensoren werden über Funk angesteuert und können dann über Parameter, wie zum Beispiel Temperaturfühler, gesteuert werden. Dabei erkennt der Server, wann eine bestimmte Temperatur überschritten wird. Daraufhin gibt er ein Signal ab und lässt die Storen automatisch herunterfahren.

«Das Haus ist nie ganz fertig.»

Daniel Oetterli ist kein Mensch, der lange zuwartet. Als er von Home Energy erfuhr, war für ihn klar: «Das mache ich.» Und er bereut seinen Entscheid nicht. Im Gegenteil: Er überlegt jetzt schon, welche weiteren Schritte er mit seinem Eigenheim in Richtung Energiezukunft gehen könnte. Unter anderem schweben ihm Solarpanels an der Fassade vor. «Wenn im Winter die Sonne flacher steht, wird die Wand länger beschienen», betont er. Doch damit nicht genug, er hat noch mehr Ideen: Für die Zeit nach seiner Pensionierung könnte er sich sogar vorstellen, ein Windrad hinter seinem Haus zu installieren. «Oft zieht hiervon Nachmittag bis Abend der Wind besonders stark.» Diesen Wind möchte Daniel Oetterli gerne nutzen und so auch eigene Energie aus Windkraft produzieren. Die Ideen gehen ihm nicht aus, so viel ist sicher.

«Mit einem anderen Haus, hätte ich schon längst ein Elektroauto.»

Hätte er das Haus seiner Nachbarn, das direkt an der Strasse steht, wäre er schon längst auf ein Elektroauto umgestiegen, meint Daniel Oetterli. Denn bei Home Energy gibt es bereits seit einiger Zeit auch eine Erweiterung für die eigene Autoladestation. Doch da Oetterli mit dem Auto keinen direkten Zugang zu seinem Haus hat, steht das Fahrzeug in einer Einstellhalle. Und dort die Leitungen so zu verlegen, dass er sein Auto mit der selbst produzierten Solarenergie laden kann, ist ein umfangreicheres Projekt. Dennoch wäre es nicht unmöglich. «In der Nachbarschaft regt sich etwas. Es kommen immer mehr interessierte Leute und wenn man sich zusammenschliesst, ist auch die Anbindung einer E-Ladestation in der Einstellhalle kein Ding der Unmöglichkeit mehr», ist Daniel Oetterli überzeugt.

«Ein Windrad ist in ein paar Tagen abgebaut.»

Daniel Oetterli ist begeistert von den neuen Energien und davon, was man alles mit seinem Eigenheim machen kann. Seine Stimme für die Abstimmung zur Energiestrategie 2050 am 21. Mai sei klar vergeben, meint er. Die Gegenargumente winkt er als Angstmacherei ab. Denn unter dem Strich sei die Rechnung doch einfach: «Ein Windrad ist in ein paar Tagen abgebaut. Bei einem Atomkraftwerk dauert es schon etwas länger», resümiert Daniel Oetterli mit einem Zwinkern.

Daniel Oetterli ist mehr als zufrieden mit seiner Home Energy Anlage. Sollte er dennoch eines Tages das Bedürfnis verspüren, noch mehr aus seinem Eigenheim herauszuholen, kann er seine Batterie vergrössern und so mehr Energie speichern. Doch das ist noch nicht nötig. Momentan geniesst er seine neu gewonnene Unabhängigkeit und das Gefühl, mit der selber produzierten Energie zur Energiewende beizutragen.

Ivana Jazo

Ivana Jazo

Redaktorin Digital Communications bei der BKW