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Nach achtmonatiger intensiver Bauzeit wird der Wärmeverbund Schliern heute offiziell eingeweiht. Mit der neuen Anlage werden jährlich rund 1 Million Liter Heizöl eingespart. Michel Girardin, Gesamtprojektleiter, erklärt im Interview, welche Vorteile der Wärmeverbund den Anwohnerinnen und Anwohnern sowie der Umwelt bringt.

Herr Girardin, Sie haben den Wärmeverbund von der Planung bis hin zur fertigen Anlage begleitet. Nach einer achtmonatigen Bauphase beziehen die Kundinnen und Kunden des Wärmeverbunds Schliern diesen Winter zum ersten Mal Energie über das Wärmenetz – ein gutes Gefühl?

Ja, auf jeden Fall! Nach achtmonatiger intensiver Bauzeit ist mit der ersten Wärmelieferung ein wichtiger Meilenstein erreicht worden. Durch die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten konnte dieses ambitionierte Ziel erreicht werden. Noch einmal ein Dankeschön an alle Beteiligten für den überdurchschnittlichen Einsatz!     

Wie ist die Anlage aufgebaut und wie kommt die Wärme in die einzelnen Haushalte?

Die zentrale Wärmeerzeugung mit zwei Holzheizkesseln produziert zukünftig CO2-neutral mit Holz aus der Region. Die so erzeugte Energie wird zur Wärme- und Brauchwassererzeugung genutzt. Als Spitzenlast / Notkessel ist zusätzlich ein kondensierender Ölkessel installiert. Über ein ca. 2,5 Kilometer langes Fernwärmenetz wird die Wärme zu den Unterstationen unserer Kunden geliefert. Die bedarfsgerechte Verteilung der Wärme im Haus erfolgt anschliessend durch die kundeneigenen Hausanlagen.

Wie läuft das erste «Anfeuern» der Anlage ab?

Die Heizkessel sind bereits in Betrieb. Das erste Anfeuern ist eher ein symbolischer Akt. Wir werden von Hand, mittels einer Schaufel die Schnitzel in den Feuerraum des Heizkessels bringen.

Michel Girardin, Gesamtprojektleiter
Michel Girardin, Gesamtprojektleiter

Und die allgemeine Frage zum Schluss: Was sind die Vorteile eines Wärmeverbunds?

Ein Wärmeverbund bietet viele Vorteile: 95 Prozent der benötigten Wärme wird aus dem erneuerbaren Wärmeträger Holz gewonnen; so können mit der Anlage pro Jahr 2’700 Tonnen CO2 eingespart und 1’000’000 Liter Heizöl durch Holz ersetzt werden.

Die Anlage besitzt dabei einen hohen Gesamtwirkungsgrad. Das hat auch Kostenvorteile für die Kundinnen und Kunden: Sie bezahlen nur die effektiv genutzte Wärme. Da keine Wärme durch den lokalen Kamin entweicht, minimiert die zentrale Anlage die Wärmeverluste.

Der Wärmeverbund verfügt über ein redundantes System und bietet eine hohe Versorgungssicherheit. Gleichzeitig sehen die Kundinnen und Kunden keine Unterhaltsarbeiten in ihrem Haus, es gibt keine Lärm- und Geruchsausbreitung.

Björn Buri

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