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Das Alptransit Gotthard Projekt verlangte von der SBB einen zeitlich begrenzten hohen Engineering‐Einsatz. Um die eng gesteckten Projektziele zu erreichen, vergab die SBB wichtige Aufträge an das BKW Engineering.

An den sieben Standorten Amsteg, Sedrun, Airolo, Faido, Pollegio, Giubiasco und Vezia projektierten und realisierten die Engineering‐ Spezialisten der BKW die Sekundärtechnik für die 16.7 Hertz Bahnstromprojekte – auf den Spannungsebenen 132kV, 66kV und 15kV. Dazu planten sie das jeweilige Stromlaufschema, das Schranklayout und die Raumdisposition. Sie begleiteten die Werktests und erstellten die Fabrikationsunterlagen für über 103 Schaltschränke der Sekundärtechnik einschliesslich der Kabelverlegepläne. Montage und Verkabelung geschah in Teilen mit den Profis der BKW Tochtergesellschaft Arnold. Bemerkenswert ist, dass das Projekt in der fast rekordverdächtigen Zeit von knapp vier Jahren auf die Beine gestellt wurde – von der Auftragserteilung bis zur Übergab an die SBB.

Dazu BKW Projektleiter Bernhard Pfeiffer: «Ein solches Projekt in dieser relativ kurzen Zeit zu realisieren, erforderte höchsten Einsatz von allen Beteiligten. Das gute Gelingen basierte vor allem auch auf der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber SBB. Auf beiden Seiten waren Profis am Werk. Wir sind alle sehr stolz, diesen Auftrag gestemmt zu haben.»

Abklärungen in der SBB Schaltanlage Giubiasco
Abklärungen in der SBB Schaltanlage Giubiasco
Prüfung der Prozessebene mit Simulation von Betriebszuständen vor der Auslieferung
Prüfung der Prozessebene mit Simulation von Betriebszuständen vor der Auslieferung
Versorgungsstollen in Amsteg
Versorgungsstollen in Amsteg

Erste Idee vor knapp 70 Jahren

Bereits 1947 skizzierte Carl Eduard Gruner, Ingenieur und Verkehrsplaner aus Basel, die visionäre Idee eines Gotthard‐ Basistunnels als Teil eines Schnellbahnsystems. Doch es sollte noch 52 Jahre bis zur ersten Sprengung dauern. 17 Jahre später wird der 30 Gotthard Basistunnel nun am 1. Juni 2016 eröffnet. Der reguläre Fahrplanbetrieb beginnt im Dezember 2016.

Der Gotthard‐Basistunnel besteht aus zwei 57 km langen Einspurröhren. Zählt man sämtliche Verbindungs‐ und Zugangsstollen sowie Schächte hinzu, misst das Tunnelsystem über 152 km. Er verbindet das Nordportal in Erstfeld mit dem Südportal in Bodio. Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2300 Metern ist der Gotthard‐ Basistunnel nicht nur der längste, sondern auch der tiefste bisher gebaute Eisenbahntunnel der Welt.

Ivana Jazo

Ivana Jazo

Redaktorin Digital Communications bei der BKW