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45 Prozent des Schweizer Energiekonsums entfällt auf die Gebäude, davon wiederum mehr als die Hälfte auf Heizen, Klimatisieren oder die Warmwassererzeugung. Der Grossteil der Schweizer Gebäude ist alt und auf dem Radar der Energieeffizienz tief bis höchstens mittel eingestuft. Das Potenzial, Energie einzusparen, ist dementsprechend riesig. Doch wie nimmt man als Eigenheimbesitzer oder -besitzerin eine «Energie-Sanierung» am besten in Angriff? Und von welchen Förderbeiträgen können Sie profitieren? Hier sind die wichtigsten Tipps und Kniffs.

So machen Sie Ihr Eigenheim fit: Die 5 goldenen Regeln

Hülle kommt vor Heizung

Bevor man die Heizung eines Gebäudes ersetzt, ist es sinnvoll, erst die Isolation der Gebäudehülle zu überprüfen. Wird die Gebäudehülle nach der Heizung erneuert, so hat man in vielen Fällen eine zu gross dimensionierte Heizung. Dies bedeutet, dass die Heizung nicht im optimalen Betriebsbereich läuft und dass sie erst noch mehr als nötig kostet.

Fenster und Fassade gemeinsam erneuern

Entscheidet man sich dafür, die Fenster zu erneuern, so sollte man auf jeden Fall auch die Erneuerung der Aussenhülle in Betracht ziehen. So stellt man sicher, dass Wärmebrücken zwischen Fassade und Fenster effektiv vermieden werden.

Bei Dachsanierung eine Fotovoltaikanlage miteinbauen

Wenn eine Dachsanierung ansteht, planen Sie am besten eine Fotovoltaik-Anlage mit ein. Auf diese Weise schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Gerüst, welches der Dachdecker für die Dachsanierung an Ihrem Gebäude aufbaut, kann der Solateur gleich für die Installation der Fotovoltaik-Anlage nutzen und Sie sparen dabei Geld.

Heizen Sie mit erneuerbarer Energie

Ihre Ölheizung muss ersetzt werden? Setzen Sie auf erneuerbare Energie! Mit dem Einbau einer Heizungs-Wärmepumpe nutzen Sie zu dreiviertel die Energie aus der Umgebung. Wenn der verbleibende Viertel Strom aus erneuerbaren Quellen stammt, heizen Sie zu 100% CO2-neutral. Dabei bietet es sich an, den Strom von der eigenen Fotovoltaikanlage im Eigenverbrauch zu nutzen, wie es BKW Home Energy anbietet. Damit leisten Sie persönlich einen grossen Beitrag für zukünftige Generationen.

Lassen Sie sich kompetent beraten

Eine Energieberatung bringt zahlreiche Vorteile. Nicht nur kann mit Hilfe von Wärmebild-Aufnahmen ein erster Eindruck über den energetischen Zustand der Gebäudehülle gewonnen werden, sondern auch Wärmebrücken, an welchen wertvolle Heizwärme entweicht, kann so aufgedeckt werden. Bei konkreten Plänen für die energetische Sanierung empfiehlt es sich einen Schritt weiter zu gehen und einen GEAK Plus erstellen zu lassen. Beim GEAK Plus werden bis zu drei verschiedene mögliche Sanierungsvarianten aufgezeigt. Sie erhalten eine Übersicht über die voraussichtlichen Effizienzgewinne der Sanierung inkl. Kostenaufstellung der Massnahmen. So können Sie Anhand von klaren Fakten für sich entscheiden, welche Variante Sie umsetzen wollen. Die Erstellung des GEAK Plus wird im Kanton Bern mit 800 Franken für Einfamilienhäuser und mit 1’200 Franken für Mehrfamilienhäuser gefördert. Mehr Informationen zu Energieberatungen erhalten Sie von unseren Profis unter Energie und Kosten sparen.

Förderbeiträge

Es lohnt sich vor Ihrem Sanierungsprojekt die verschiedenen Förderbeiträge zu berücksichtigen. Denn diese können Sie bei der Realisierung ihres Projekts unterstützen. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Kanton Bern seit diesem Jahr auch den Ersatz von Ölheizungen durch erneuerbare Energie finanziell fördert?

Welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Sie Förderbeiträge beziehen können, ist auf kantonaler Ebene im Förderprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energien geregelt. Damit Sie sicher gehen, dass Sie die vollständige Fördersumme erhalten, lohnt es sich einen GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) erstellen zu lassen. Ihr Energieberater steht Ihnen in der Abklärung der möglichen Förderbeiträge, wie auch in der Ausstellung des GEAK’s zur Seite. Alle Kantone fördern die energetische Sanierung. Für eine rasche Übersicht über alle für Sie grundsätzlich möglichen Förderbeiträge besuchen Sie Energiefranken.ch  und geben Sie Ihre Postleitzahl ein.

Energieeffizienz als Teil der Energiestrategie

Wie wichtig die Energieeffizienz der Gebäude für die Umsetzung einer erfolgreichen Energiestrategie  ist, hat auch der Gesetzgeber erkannt. So sieht beispielsweise ein Entwurf für das Energiegesetz des Kantons Bern eine ganze Reihe von Massnahmen vor, welche die Effizienz der Gebäude steigern und den Energieverbrauch minimieren sollen. Aktuell hat der Kanton Bern die folgenden Änderungen des Energiegesetzes (KEnG) in der Vernehmlassung, welche sich auf die MuKEn (Mustervorschriften der Kantone) stützen:

  • Neubauten sollen einen Teil ihres Strombedarfs selber produzieren und auch vor Ort nutzen (Eigenverbrauch).
  • Beim Ersatz von Heizungen mit fossilem Brennstoff soll 10% der bisher verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen oder durch bessere Isolation des Gebäudes komplett eingespart werden.
  • Bestehende zentrale Elektroboiler in Wohnbauten sollen innert 15 Jahren ersetzt werden.
  • Für Neubauten und bei Handänderungen soll der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) obligatorisch werden.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion.

WAS IST GEAK UND GEAK PLUS?

Der GEAK ist der offizielle Gebäudeenergieausweis der Kantone. Er zeigt zum einen, wie energieeffizient die Gebäudehülle ist und zum anderen, wie viel Energie ein Gebäude bei einer Standardnutzung benötigt. Der ermittelte Energiebedarf wird jeweils in Klassen von A bis G (von sehr energieeffizient bis wenig energieeffizient) anhand einer Energieetikette angezeigt. So erhalten Sie als Liegenschaftsbesitzerin oder -besitzer eine objektive Beurteilung des energetischen Zustandes und der Effizienz Ihres Gebäudes.

Der GEAK PLUS bietet darüber hinaus eine solide Grundlage für konkrete Investitionsentscheide. Je nach gewünschter Modernisierungstiefe werden in den erstellten Erneuerungsvarianten die zugehörigen Investitionskosten, der energetische Nutzen und die Höhe der Fördersumme abgebildet.

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Marco Bichsel

Marco Bichsel

Segment Manager Retail, zuständig für BKW Home Energy

  • Ivana Jazo